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Infos zur Lichttechnik von Herbert Bernstädt
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Wissenstransfer Veranstaltungstechnik

Lichtstellpulte, Konsolen, Stellwerke






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Obwohl Lichtstellpulte in der Investitionssumme gegenüber mehreren Movinglights oder einer LED-Video Wall eher gering ist, besteht immer eine besonderer Augenmerk bei der Wahl des passenden Lichtstellpultes. Hier werden Typen und Funktionen erläutert um das richtige Handwerkszeug für eine effiziente Auswahl und Nutzung von Lichtstellpulten zu bieten.

Die besondere Bedeutung der Lichtstellpulte liegt auch darin begründet, dass ein Lichtstellpult die Eingaben eines Bedieners nach den Vorgaben eines Lichtkonzeptes in ein Steuerprotokoll umzusetzen hat, worauf die Maschinen, sprich die Movinglights, Dimmer, u.s.w. entsprechend Ihre Befehle Ausführen. Somit ist das Lichtstellpult die Schnittstelle zwischen Menschen mit seinen Vorstellungen und den Maschine die exakt das tun was man Ihnen sagt. Und da Menschen in ihrer Art unterschiedlich sind, wie z.B. Bild- oder Text-orientierte Menschen, so sind auch verschiedene Pultphilosophien entwickelt worden. So gibt es Pulte die einem im wahrsten sinne des Wortes „liegen“ und sich dann auch regelrechte Fangemeinden Bilden. Selbst so genannte Außenseiter haben da z.B. eingeschworene Gemeinschaften wie z.B. den R2D2 wenn man hier mal einen Namen fallen lassen darf, da dieses Pult schon lange nicht mehr gebaut wird. Auf der anderen Seite sind aber auch die Anwendungen ob z.B. Theater, Studio oder Rock & Roll im Wesen so unterschiedlich sind, so das auch hier dem spezialisierten Anwender oft Rechnung gezollt wird. Jedoch die größte Bandbreite von verschiedenen Lichtstellpulten hat einfach die Entwicklung neuer Beleuchtungsgeräte hervorgerufen. So können kleine Veranstaltungen durchaus mit 512 Kreisen noch sehr viel Reserve aufweisen, während auf der anderen Seite der Skala nur noch Systeme die über 60 DMX Universen verwalten können und mit sieben Operator gleichzeitig gefahren werden müssen ein ganz anderes Klientel anspricht. Hier bewegt man sich dann auch schon wie der Name bereits sagte nicht mehr im Bereich eines Pultes, sondern man muss ein Systementscheid für ein Steuerungskonzept fällen. Natürlich macht es auch einen Unterschied ob man an einer Konsole einen Operator sitzen hat der dies, sei es im Theater als Stellwerker, oder als freier Operator, Tag täglich mit einem Lichtstellpult arbeitet und äusserst effektiv mit der Zeit bzw. in der Umsetzung der Befehlsfolgen optimale Bedingungen sucht, die seine Herangehensweise unterstützen, der natürlich ein sehr komplex zu bedienendes Pult auch ausreizen wird, während in der Schulaula vielleicht einmal im Monat immer wechselnde Laien einmal paar Überblendungen zaubern wollen, die wiederum ein Pult bevorzugen werden welches nur eine intuitive Arbeitsweise zulässt, aber damit auch ein verrennen in den Möglichkeiten durch die Schlichtheit einfach wirkungsvoll verhindert.

Alles ist im Wandel. Nun kann man einen Wortwitz daraus bilden einen Szenenwechsel oder Stimmungswechsel oder die Überblendung von einer Cue auf die Nächste auch einfach wieder „Verwandlung“ nennen. Nein, worauf wir hinauswollen ist, das damals das Theater einer der ganz großen treibenden Kräfte in der Entwicklung der Beleuchtung war. Lange bevor es Rockshows gab hatte man im Theater schon Wolkenapperate und auch Scheinwerfern wurden motorisch bewegt und konnten die Farben wechseln und hätte jemand das Wort Movinglight ausgesprochen erntete man höchstens Achselzucken. Aber lassen wir ventilgesteuerte Gasanlagen oder seilgezogene Kerzenverdunkler beiseite und besuchen ein heute existierendes Theater welches die letzten 60 Jahre nicht elementar Saniert wurde, dann kann man in der Nähe des Portals auch heute noch Lichtsteuerungen wie im folgenden Bild finden.

Die Dimmertechnik ob es sich um eine Widerstandsregelung oder Stelltransformator handelt, kann der Lichtstellanlage im ersten Moment egal sein. Wichtig ist zu erkennen das bei diesem Beispiel eine mechanische Bewegungen die Helligkeit des Lichtes steuerten. Um nun mehrerer solcher Stellkreise gleichzeitig mit nur einer Person verändern zu können benötigte man eine entsprechende übergeordnete Steuerung. Um nun beim Stellkreis eine Bewegung durchzuführen behalf man sich oft mit einem Antrieb aus Stahlseilen. So konnten die Stellglieder (Dimmer) ein wenig weiter entfernt von der Steuerung platziert werden. Jeder Dimmerkreis führte also ein Drahtseil zur Steuerung. Bei der Steuerung waren nun die Seile auf einer Seilscheibe, während am Lastkreis das Seil am Stellschlitten oder Stellrad befestigt ist. Würde man nun alle Seilscheiben über ein gemeinsames Antriebbsrad drehen hätte man die Möglichkeit alle Kreise gleichzeitig heller und dunkler zu regeln. Ziel ist es jedoch einige Kreise nicht zu regeln und andere evtl. nicht so hell werden zu lassen. Deswegen wurde an den Übergand der Hautwelle zu den einzelnen Seilscheiben eine Mechanik eingesetzt, mit der es möglich war, das die Seilscheibe bei einem voreingestellten Wert sich automatisch vom Antriebsrad abkoppelt. Diese Koppelpunkte konnte man für jede Seilscheibe mit einem oberen Anschlagpunkt und einen unteren Anschlagpunkt mechanisch einstellen. Somit konnte man eine Stimmung über mehrere Regelkreise vorbereiten. Zur Überblendung waren noch Beleuchter von Nöten mit etwas schmackes in den unterarmen hatten, wenn man mal einen schnellen Bläck out fahren wollte, denn es war schon etwas Massenträgheit mit im Spiel. So war der Stellwerker bzw. der Beleuchte allgemein sehr lange eine reine Männerdomäne. Dank der heutigen Elektronik hat sich das – zum glück – grundsätzlich geändert, denn um allen Vorurteilen gerecht zu werden kann man hier einfließen lassen, das weibliche Kollegen sich in Ihrer Art und Weise oft von Männlichen unterscheiden, was für den Stellwerker job selbst aber sehr zu gute kommt. So haben Sie oft eine mehr de-eskalierende Art, insbesondere wenn selbstverliebte ungeduldige Regisseure schwierige bis unmögliche Anweisungen geben. Dann die berühmte Multitaskingfähigkeit, das Textbuch zu lesen, Eingaben zu tätigen und gleichzeitig zuhören wenn zwei Ansagen gleichzeitig auf Sie einströmen. Und nicht zuletzt wissen Sie in der Regel vorher was passiert, wenn sie den einen oder andere Taster betätigen, während die männlichen Kollegen die Pulte schneller erlernen, weil Sie zuerst den Knopf drücken, um zu sehen was dann passiert. Nun zurück von unseren kurzen Ausflug über die Geschlechter an der Lichtkonsole und kehren noch einmal zu dem Drehrad bespickten „Hebelwerk“ zurück. Zu der Zeit waren es die Bordoni der Firma Siemens oder Salani Stellwerke, die von der Regeltechnik relativ gleich waren und auf Regeltransformatoren wirkten, die sich aber vom Abgriffsystem dann doch ein wenig unterschieden. Diese Art zu Regeln war in deutschen Theatern sehr lange Stand der Technik, und so war es nicht verwunderlich das mit Digitalisierung einige ältere Beleuchter sich sehr schwer getan haben ihre gewohnte Arbeitsweise aufzugeben. Denn Für Sie war die mechanische Bewegung, der Seilzug nachvollziehbar, man konnte es sehen was Passiert, und dementsprechend waren solche Anlagen auch extrem Robust und wiesen natürlich eine fast ungebrochene Verfügbarkeit auf.      


Aber auch in der Geschichte gab es bereits auch einen anderen Ansatz Licht zu steuern. Während man beim Bordoni erst alle Ein Stellungen bzw. Anschläge pro Kreis eingerichtet hat um dann auf Stichwort die großen Summenräder zu fahren bzw. zu drehen, hatte man später in England einen anderen Ansatz entwickelt. Hier konnte durch Übertragung elektrischer Signal schon das Lichtstellpult unabhängig von dem Dimmerraum aufgestellt werden. Zwar waren die Dimmer auch hier Widerstände bzw. später Transformatoren und das verändern der Spannungs-Abgriffposition erfolgte auch hier über einen gemeinsames Antriebsrad, jedoch wurde das Antriebsrad mit einem Elektromotor angetrieben und welcher Scheifer mit dem Antrieb mitgenommen wurde ist durch eine Magnetklauenkupplung realisiert worden. Somit konnte also ein elektrisches Signal dafür sorge tragen, ob bei diesem Kreis der Schleifer von der Antriebswelle bewegt wird oder nicht. Man benötigte als eine Steuerkonsole die Elektrische Impulse zu den Einzelnen Kreisen ermöglicht und worüber man den Antriebsmotor steuern konnte. Man bediente sich für die vielen Einzelkreise einer vorhandenen Bedienoberfläche, nämlich die einer Orgel. Für den Elektromotor für die Antriebswelle spendierte man der Orgel zwei Pedale, mit der man den Antriebsmotor nun in der Drehgeschwindigkeit und Richtung steuern konnte. Mit den Ganzen Registern oder Tasten konnte man dann die einzele Kreise der Antriebswelle mit ankoppeln oder abkoppeln. Somit hatte man eine „Lichtorgl“ bzw. ein Lichtstellpult welches besser für direkten spontane Liveeingriffe geeignet war. So konnte der Operator während der Verwandlung, bzw. Überblendung noch schnell Keise dazukoppeln oder abkoppeln.  

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