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Gobo-Projektion bei Profilscheinwerfern

Die Möglichkeit Gobos zu projizieren ist einer der Spezialaufgaben eines Profilscheinwerfers. Gobos, die im südlicheren Raum auch als Vignetten bezeichnet werden, sind Vorlagen, die von der Linse des Profilscheinwerfers vergrößert dargestellt werden, indem das Licht des Lampenhauses durch das Gobo hindurch scheint. Dadurch wird das Licht durch die Goboflächen abgeschattet, verfärbt oder gar gebrochen, um dann auf eine Fläche, Szene oder Person scharf oder unscharf abgebildet zu werden. Kurz aus dieser Variablenvielfalt lässt sich der unermessliche Gestaltungsspielraum mit Gobos erahnen.

In der Regel weisen die Profilscheinwerfer nur ein Goboschacht auf. Aber es gibt auch Profilscheinwerfer die zwei mehrere Goboslots zur Aufnahme von Gobohaltern bieten. Man kann zunächst daran denken das man damit die Möglichkeit hat, neben dem Gobo auch eine Iris einzusetzen, was durchaus dann möglich ist. Jedoch gestalterisch wertvoller ist hierbei einmal die Möglichkeit der freien Wahl, ob man die Blendenschieber zum Abschieben eines Teiles im Gobo benötigt und damit der Blendenschieber und das Gobo scharf abgebildet werden sollen. So könnte z.B. ein Gobo den Text tragen „1.Akt“, in der Zweiten Zeile „Pause“ und in der dritten Zeite „2.Akt“. Verschiebt man nun die Oberen und unteren Blendenschieber entsprechend der Zeilen, benötigt man für drei Texte nur einen Scheinwerfer. Das umrichten der Blendenschieber kann bei den Umbauten der Akte vorsichtig vorgenommen werden. Anderer seits möchte man einen weichen Übergang bzw. Abgrenzung erzeugen, aber dennoch das Motiv scharf sehen. Dann ist eine Goboebene die ein wenig Distanz zur Blendenschieberebene aufweist sehr vorteilhaft. Nicht vergessen sollte man die Möglichkeit dass man z.B. zwei Gobos gleichzeitig einsetzt was in der Praxis sehr häufig geschieht. Beispiele hierzu ist typischer Weise ein Breakup für Laub kombiniert mit einem grünlichen Prismatik oder Colorizer. Auch hier ist es sinnvoll, z.B. die Palmenstruktur scharf abzubilden, während der Colorizer unscharf bleibt, denn man will ja nicht die Farbwechsel scharf sehen, bzw. beim Prismatik ist der Effekt aufgrund seiner unterschiedlichen Tiefenebenen sowieso sehr interessant.




Für die Erstellung eines Gobos ist es auch wichtig ob das Gobo von vorne auf die Szenenfläche oder Prospekt projiziert wird, oder als Rückprojektion von hinten auf eine halbtransparente Folie (wie z.B. eine Operafolie) geworfen wird. Denn nach den Gesetzen der Optik ist die Projektion mit einer einfachen Linse seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend. Dies kann bei Schriften oder bestimmten Motiven sehr merkwürdig aussehen. Man kann zwar sagen, das man das Gobo doch jederzeit umdrehen kann. Das ist richtig wenn es sich um ein Metallgobo handelt welches nicht mit Silikon in den Gobohalter fixiert wurde. Jedoch bei einem Glasgobo sollte man beachten, das die beschichtete Seite des Glasgobos vom Leuchtmittel abgewandt sein sollte. Denn damit wird die thermische Belastung der Beschichtung minimiert.

Weit wichtiger jedoch ist es zu wissen, wie groß mein Gobomotiv an die Wand geworfen wird. Einmal kann man auf praktische Weise die benötigte Imagegröße oder den Abstrahlwinkel des Scheinwerfers ermitteln. Sehr praktisch ist dabei ein „Fadenkreutz“ oder Raster-Gobo oder auf englisch das „Line up Grid“. Dieses Gobo ist in 1 cm Raster aufgeteilt, welches noch in o,5 cm Hilfslinien und 1mm Marken unterteilt ist. Darüber hinaus sind noch die Ziffern in eins bis drei abgebildet, so dass man mit diesem Gobo auch gleichzeitig die Seitenverkehrtheit und auf den Kopf stehend Verdrehung der Optik überprüfen kann, bzw. einen solchen Fehler von vornherein ausschließt. Dieses Gobo ist als Standardgobo bei fast allen Goboherstellern in den A-Size und B-Size Größen erhältlich und sollte bei keinem Lichtgestallter der mit Goboprojektionen arbeitet, als Kontroll- und Erstellungshilfsmittel fehlen.    





Nun hat man aber oft nicht die Möglichkeit vom Rang das Gobo frontal auf den Rücksetzer bzw. Prospekt zu werfen, sondern muss von der Seite aus Projizieren. Auch hier kann das „Fadenkreutz“ – Gobo weiterhelfen. Wie hier im Beispielbild soll z.B. ein Firmenlogo die Leinwand vollflächig abdecken. Nun kann man anhand des Rastergobos die Ecken der Leinwand mit der Position auf dem Gobo festlegen. Auch hier sei der modernen Computertechnik dank, denn wenn man nun das Fimenlogo als Vorlage hat, kann man mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm das Orginalbild verzerren, indem man die Ecken des Logos auf die ermittelten Positionen der Schrägprojektion überträgt und damit das Bild verzeichnet.   





Jetzt wissen wir, wie das Gobo bei Schrägprojektion verzeichnet werden muss. Aber wenn wir es in einer bestimmten Größe in einer bestimmten Entfernung projizieren wollen, benötigen wir noch den benötigten Abstrahlwinkel des Scheinwerfers. Diesen erhält man aus den Photometrischen Datenblatt des Scheinwerferherstellers. Auf der anderen Seite kann man aber grob davon ausgehen, das die Angabe bei einem, auf den äußeren Rand scharf gezogenen Profilscheinwerfer, der Halbertswinkel beinahe identisch mit den 1/10 Gradswinkel. Mann könnte nun anhand der Brennweite der Linsen und der Motivgröße mathematisch die exakte Projektionsgröße in jeder Entfernung berechnen. Nehmen wir z.B. eine Gobo mit der Größe A  (A-Size) an, dann ist der Bilddurchmesser mit 75mm festgelegt worden. Das Gobo im Abstand der doppelten Brennweite zur Linse hat folglich eine gleich großes Projiziertes Bild in ebenfalls doppelter Brennweite zur Folge, jedoch werden die Brennweiten sehr selten bei Scheinwerfern angegeben, sondern nur die Abstrahlwinkel. In der Regel reicht für uns dieser grobe Wert und man kann nun wie folgt aus dem Abstrahlwinkel mit Hilfe der Trigonometrie die zu erwartenden Projektionsgröße errechnen. Betrachtet man die folgende Zeichnung, so wird man schnell das rechtwinklige Dreieck erkennen. Demnach ist der Tangens von Alpha gleich dem Verhältnis aus Gegenkathete zur Ankathete. Für diejenigen, die kein Programm, zur Berechnung der Lichtfeldgröße, öffnen wollen, haben wir eine Übersichtstabelle angefügt, die die einfache Zuordnung von Abstrahlwinkel, Entfernung und Lichtfeldgröße wiedergibt. Für diejenigen, die sich Ihre eigne Tabelle erstellen wollen oder direkt die Werte neu berechnen wollen folgt hier ein kleiner Exkurs in Excel. Der Projektionsdurchmesser ist ein Formelfeld das die Berechnete Formel wiedergibt. Die Formel in dem Feld muss lauten: =TAN(($A15/2)*PI()/180)*M$2*2

Zur Erläuterung, das $-Zeichen steht dafür das die Formel immer auf dieses Feld-Koordinate verweist, auch wenn man die Formel kopiert. Damit lässt sich die Formel sehr schnell in große Flächen kopieren und der Bezug stimmt trotzdem, denn sonst macht Excel automatisch ein Offset, so wie wir Ihn bei der zweiten Feldkoordinate auch benötigen. $A bedeutet also immer Spalte A, während 15 die Zeile in der nächsten Zeile zu 16 macht.

Dann teilen wir den Abstrahlwinkel, der vom Hersteller angegeben, wird durch zwei, womit wir dann ein rechtwinkliges Dreieck erhalten ($A15/2).

Und nun zum eigentlichen Knackpunkt, der Berücksichtigung das 1° = Phi / 180 rad ist, erweitert sich so die Formel in Excel zu ($A15/2)*PI()/180.

Nun kann man den Tangens von Alpha bilden mit TAN(($A15/2)*PI()/180) und multipliziert das nun mit dem Abstand der Projektion *M$2.

Damit erhalten wir aber nun die Gegenkathete unseres rechtwinkligen Dreiecks welches dem Radius des Lichtkreises entspricht. Folglich multiplizieren wir den Radius mit 2 (M$2*2) und voila, damit haben wird den Durchmesser bestimmt. Die Formel nun sachgerecht umgestellt ermöglicht uns nun bei zwei bekannten Größen nun die dritte unbekannte ebenfalls zu berechnen.



Jedoch sind diese Werte nur bei frontaler Projektion gültig. In der Praxis jedoch wird meist schräg projiziert, und jeder weiß, das man statt einen Kreis ein Oval erhält. Im folgenden Bild lässt sich das auch leicht erkennen warum das so ist. Auch hier kann man die Trigometrie anwenden. Leuchtet der Profilscheinwerfer in 8m Höhe in einem Winkel von 32° auf die Szenenfläche, so ist das Zentrum des Lichtes in 5m Bühnentiefe zu finden, frei nach dem rechtwinkligen Dreieck und Tangens(alpha) ist gleich 5m Bühnentiefe zur 8m Bühnenhöhe. Bei einem Abstrahlwinkel von 30° des Scheinwerfers, ist demnach der Winkel nur noch 17° wenn man das rot angedeutete Dreieck betrachtet, da 32° Winkelposition des Scheinwerfers minus halben Abstrahlwinkel gerechnet wurde. Somit ergibt sich ein erstes Auftreffen des Lichtkegels in 2,45m nach Tangens von 17° mal der Scheinwerferhöhe. Ebenso erhält man den weitesten Ausläufer aus Tangens von 47° und ebenfalls der 8m Scheinwerferhöhe mit 8,6m.






Betrachten wir ein ausgeleuchtetes Bühnenbild mit konventionellen Scheinwerfern, so ist das Bild, einmal abgesehen von Überblendungen sehr statisch. Um die Illusion eines heißen Passatwind an einer Palmenbewachsenen Küstenstreifen zu erlangen, könnte man Palmenblätter sehr schräg auf ein Vorhang projizieren und dann diesen Vorhang mit einen Ventilator in Bewegung versetzen. Durch die Bewegung des Vorhanges fangen dann die Projektionen auf der dem Vorhang an zu bewegen. Somit kann man sehr rudimentär ein wenig mehr Dynamik in das statische konventionelle Szenenbild bringen. Natürlich könnte man solch Palmenblätter projizierenden Scheinwerfer auf sehr gut schwingende um nicht wacklige Aufhängungen befestigen. Ein leichtes drankommen und die Palmenwedel werden ebenfalls wackeln, eben so wie von Wind. Aber diese Art der Bewegung ist sehr Personalintensiv, und so hat man andere Möglichkeiten geschaffen um dynamisches Licht mit Konventionellen Scheinwerfern zu realisieren. Es ist nahe liegend das Gobo in dem Scheinwerfer zu bewegen, was auch mit dem Goborotator realisiert wird. Goborotatoren können ein oder zwei Gobos aufnehmen. Dabei kann ein Gobo je nach Ausführung des Goborotator in eine oder beide Richtungen in verschiedenen Geschwindigkeiten drehen. Je nach Ausführung kann die Drehgeschwindigkeit nur am Gerät selbst oder fernsteuerbar über DMX 512 erfolgen. Nun kann der Vorhang mit entsprechender Drehgeschwindigkeit und Goboauswahl der typische Effekt realisieren wie Lichtreflexionen von einer Wasseroberfläche an die Schwimmbadwand.  Werden fein strukturiertem Schwarz Weiß Linien oder Raster als Gobos eingesetzt die gegen einander drehen, kann der Moiré-Effekt interessant wirken. Unter Moiré-Effekt versteht man durch Überlagerung von Rastern oder Linien die die Entstehung neuer Linien bzw. Formen hervorrufen. Natürlich spielt bei Goboratatoren auch die Qualität der Mechanik eine große Rolle. Wenn Gobos bei der Rotation verrücken können, oder die Langsame Geschwindigkeit anfängt zu zuckeln oder erst gar kein langsame Geschwindigkeiten möglich sind, ist das natürlich nicht so günstig.







War bei der Goborotation die Drehachse im Zentrum des Gobos gelegen, ist bei der Effektrotation die Drehachse außerhalb des durchleuchteten Gobomotivs. Die wendet man sehr gerne bei Wolken an, denn diese ziehen je nach Windrichtung immer von einer Seite zur anderen. Bei einem nur in sich rotierenden Gobo das vollständig mit Licht durchschienen wird, würde das ein in sich drehende Wolke darstellen was allenfalls für ein Tornado zutrifft. Also muss die Achse außerhalb liegen, und nur ein kleiner Teil wird vom Licht durchschienen, somit erfolgt eine unendliche Bewegung von einer Seite weg. Betrachtet man die Wolken, so können diese auch unscharf wiedergegeben werden. Genauso verhält sich das mit Wasser oder Feuer, was nicht immer scharfe Konturen aufweist. Deshalb hatte man schon früh damit begonnen sehr einfach diesen Rotationseffekt vor den Scheinwerfer zu platzieren.





Oftmals ist aber durch das Verlassen der Abbildungsebene und dem Einsetzen des Effektrades vor dem Scheinwerfer die Abbildung doch zu unscharf. Dann muss man diesen Effekt in die Goboebene bringen. Es gibt nur sehr begrenzt Lösungen für Scheinwerfer für eine solche Effekteinheit die für die Goboebene angefertigt werden. Man kommt oft dahin, das man dafür einen eignen Profilscheinwerfer verwendet, bzw. eine konventionelles Linsenscheinwerfergehäuse, dem man die Rotationseinheit vorsetzt und dann die abbildendegebende Optik darauf anschließt.







Wie wir aus den vorausgegangenen Abschnitt schon erfahren haben ist die Befestigung gerade von Glasgobos aufgrund der Temperaturverspannung nicht unkritisch. Bei Metallgobos möchte man mit dem Gobohalter versuchen die Wärmeverwerfungen möglichst klein zu halten. In den folgenden Bildern sind zwei unterschiedliche Varianten zu sehen. Einmal wird über die gesamte äußere Haltefläche ein Rahmen über das Gobo gelegt, welches mit Federkraft angedrückt wird. Bei der anderen Lösung, und hier bitte das Gobo mit dem Firmennamen nicht im Zusammenhang mit dem Gobohalter bringen, sind nur drei Haltenasen vorhanden und man muss das Gobo stark biegen, um es in die Halterungen einzuführen. Dabei wird deutlich dass dieser Gobohalter nur Metallgobos aufnehmen kann. Aber es werden heute immer mehr Gobohalter geliefert die sowohl die dickeren Glasgobos wie auch die dünnen Metallgobos aufnehmen können.


Wem das Berechnen via Exceltabelle zu aufwendig ist, kann auch die nebenstehenden PDF herunterladen, einer berechneten Tabelle für Projektionsgröße in Abhängigkeit von Abstand und Winkel.




pp0904_projektiontabelle.pdf Zurück. Nach oben (übergeordnet). <--. Zurück (nach links). Weiter (nach rechts).