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Grundlagen zu Farbfolien (eng. Gel)


Basismaterial

Die ersten Anwendung Weißlicht mit Pigmente zu färben ist mit farbigen Gläsern (als Fensterglas und nicht in der Veranstaltungstechnik) um das Jahr 675 zurück zu verfolgen. Dagegen wurden die ersten Farbfolien aus Gelatine für das Theater um 1900 hergestellt. Zur Erinnerung, Gelatine wird aus in Wasser gekochten organischen Grundsubstanzen (Bindegewebe, Knochen, Sehnen und Haut) gewonnen. Gelatine wurde ab den 30er von den Acetaten ersetzt.


Cellulosetriacetate wird aus der Zellulose des Holzes gewonnen. Dieser Thermoplast ist farblos und bis 120° C einsatzfähig, wasserbeständig und umweltneutral und wird auch für schwer entflammbare Filme eingesetzt. Als Farbfolie war er der Filter der bis hin in die 60er Jahre. Ab dann wurde auf die neu entwickelten Polyester zurückgegriffen.

Bei den Polyestern werden gesättigten Polyester für die Folienherstellung verwendet. Sie sind auch thermoplastisch, während die ungesättigten Polyester duroplaste hervorbringen. Thermoplastische Kunststoffe (Thermoplaste) sind synthetische hochmolekulare Stoffe, deren einzelne Molekülketten nicht durch chemische Bindungen miteinander verknüpft sind. Ihr typisches Kennzeichen besteht darin, daß sie bei Erhöhung der Temperatur nach Überschreitung ihres Erweichungspunktes weich werden und bei Abkühlung wieder erhärten. Dieser Vorgang - auch Thermoplastizität genannt - ist im Prinzip beliebig oft wiederholbar. Man benutzt auch Polyester zur Erzeugung von Magnetbändern [1].

Bei den hier gemachten Angaben ist hier grundsätzlich anzumerken, daß es sich hierbei um Angaben des Ausgangsmaterial handelt. Das Endprodukt - der fertige Farbfilter - kann sich für jede Farbe in gewissen Grenzen unterschiedlich verhalten, da die auf oder eingebrachten Zusatzstoffe ebenfalls Einfluß nehmen, jedoch fast jede Farbe ist aus anderen Zusatzstoffen gemischt, so das hier eine große Variation auftritt. Es ist leicht nachzuvollziehen das dunklere Farben mit hoher Absorption eine Folie temperaturmäßig stärker belastet. Aber auch das Messverfahren wie berührungslose IR-Strahllungs- Temperaturmessgeräte oder berührende Drucksensor- Temperaturmessgeräte können unterschiedliche Werte bei der selben Folie aufweisen.

Vollständigkeithalber seien auch Pigmentbasierende Gläser erwähnt, die nicht mit dichroitischen beschichteten Gläsern verwechselt werden dürfen. Sie wurden hauptsächlich bei Flutern oder leistungsstarken Scheinwerfern eingesetzt, da Sie gegenüber der Folien wesentlich besser Hitze vertragen können bzw. auch nicht brennbar sind. Aufgrund der geringen Farbauswahl, der Schwierigkeit die genaue Farbe zu reproduzieren und der Bruchproblematik von Glas sind diese Filter nur noch sehr selten im Einsatz.


Diffusionsfolien werden zeitweise auch aus Soft-PVC-Venyl hergestellt.


Im folgenden konzentrieren wir uns aber auf farbgebende Filterfolien.


Um Farbpigmente auf oder in einen transparenten Träger zu plazieren

gibt es drei verschiedene Varianten:


Erstens, das einfache Beschichten

(eng. coated), vergleichbar mit dem Lackieren. Dabei werden die Farbstoffe (eng. Dye) auf das Material in verschiedener Art und Weise aufgebracht und haftet an der Oberfläche. Nachteil dieser kostengünstigen Herstellungsweise ist,

Die Beschichtung der Folien kann bei modernen Maschinen in einem Arbeitsgang erfolgen. Die Resultierende Farben bestehen dabei aus ca. 40 verschiedenen Pigmentarten, welche man nicht immer einseitig auftragen kann, da bestimmte Farben unterschiedlich stabil in Bezug auf Verarbeitungsparameter wie

Das zweite Verfahren ist ein Eindiffundieren (Eng. deep dyed). Dabei wird das Trägermaterial durch ein Tauchbad mit erhöhter Temperatur gezogen. Unter erhöhten Temperaturen weiten sich die langkettigen Moleküle auf, und erlauben so das Eindringen von Farbpigmente durch die Oberfläche und lagern sich in den

Nimmt man eine wenig Lösungsmittel wie Aceton (oder Nagellackentferner) und reibt an der Folie, so wird beim aufgetragenen Verfahren die Farbe abgelöst, beim eindiffundierten Verfahren ist keine Ablösung zu erkennen.

Die organischen Farbstoffe müssen für den Verarbeitungsprozess erhitzt werden. Nun ist es von der verwendeten Farbe abhängig, wie weit diese für die Verarbeitungstemperatur noch stabil bleibt. Deshalb können bestimmte Farben nicht bei einem Eindiffusionsverfahren oder bei bestimmten Ploycarbonaten angewendet werden.

Folglich sind diese Farben nur als beschichteten Polyester erhältlich.

Die dritte Möglichkeit ist, daß Farbstoffe in dem Trägermaterial gleichmäßig verteilt sind. Die kann erreicht werden, indem bei der Herstellung des Trägermaterial gleichzeitig die Farbstoffe und der Ausgangsstoff gemischt werden, und unter hohen Druck und Temperaturen zu einer Folie geformt wird.

Eine Besonderheit ist das "co-extruierte" Verfahren. Dabei wird das durchfärbte Material zusätzlich noch mit einer oberen und einer unteren Schutzfolie abgeschlossen. So werden die Farbpigmente am ausdiffundieren nochmals gehindert. Eine Ausgleichung der Folie ist wesentlich später zu beobachten da die Farbpigmente zusätzlich durch die Deckschichtmaterialien hindurch müssen.


Zusätzliches Einschweißen des Farbpigmentträger


So sind die Qualitäten der Folien sehr unterschiedlich. Zeitweise werden Folien gefertigt die zu Beginn der Fertigung übersättigt werden und gegen Ende die Farbpigmente verebben. Auch die Lebensdauer bzw. das Ausbleichen der Farbpigmente ist herstellungsspezifisch.

Aber auch die Farbabweichungen verschiedener Produktionschargen spiegelt das Herstellungsverfahren die verwendete Qualitätssicherung und damit die Kosten wieder.

So findet man z.B. gegen Ende eines Lee Swatch-books eine Übersichtsliste welcher Diffusionsfilter flammenhemmend ist und welcher nicht.

Die meisten Beispiele werden mit einer Transmissionskurve (Spektral-Energie-Verteilungs-Kurve) beschrieben. Dabei wird in x Achse die Wellenlänge der Spektralfarben aufsteigend angegeben und in Y-Richtung wird Prozentweise aufgetragen wieviel von dem einfallenden Linienspektrum durch den Filter scheint (Transmision). Weiterhin wird die Transmission über alle Wellenlängen hinweg gemittelt und als Wert angegeben. Mit diesem Wert kann man bei geforderter Beleuchtungsstärke den Einfluß des Farbfilters berechnen. Die Transmissionskurve verhilft dazu die Wirkung des gewählten Filters auf einem pigmentbasierendem Anstrich einzuschätzen. Denn anhand der Kurve kann man sehen mit welcher Intensität die einzelnen Spektren auf den Anstrich fallen. Jetzt liegt es an dem Reflextionsverhalten der verwendeten Farbe welches eingeschränkt gefilterte Spektrum noch reflektiert werden könnte. Ist bei extremen Anwendungen ein hoher Wirkungsgrad unabdingbar, kann man anhand der Kurven z.B. das beste geeignete Leuchtmittel für eine Farbe heraussuchen, dessen Abstrahlspektrum mit der hohen Transmissionen im Kurvenverlauf des Leuchtmittels ähnelt.

Daten der Swatch-books zum Vergleich,
hier Lee, Rosco e-color und Rosco supergel

Außer den Swatch-books werden im Web noch Datenblätter angeboten. Lee bietet über der Swatchbook-Transmissionskurve hinaus noch die Farbskalare X Y Z sowie die x und y Werte des Farbdreieckes für zwei Lichtquellen. Weiterhin wird der Faktor des absorbierten Lichtes über das gesamte Spektrum angegeben. Bei dem Datenblatt von Rosco findet man darüber hinaus eine genauere Transmisionskurve mit Tabelle die ein Einbinden für eigene Berechnungen erlaubt. Während Lee seine Parameter für die Lichtquellen 3200 K Halogen und Normlichtart "C" (6750 K) abgibt, wartet Rosco mit der Lichtquelle "A-Halogenlicht 2856 K" und "D65-Tageslicht 6500 K" auf. Gegenüber der Normlichtart C unterscheidet sich Normlichtart D65 vor allem im unsichtbaren Spektrumsteil zwischen 300 und 380 nm die hier mit einfließen.

Weiterhin gibt Rosco statt dem absorbierten Licht das Durchscheinverhältnis (Transmision) an. Zuletzt erhält man Auskunft über Art der Beschichtung, der Dicke der Folie sowie die DIN Material-Bezeichnung und das Erzeugerland. Fehlt noch eine Beschreibung zum Brandverhalten bzw. ob eine Flammenhemmung vorhanden ist, und das Datenblatt wäre perfekt.

GAM sortiert ihre Farbzusammenstellung nach einem Farbkreis-System mit drei Hierarchien. Der Vorteil dieser nach einer Farbenlehre zusammengestellter Anordnung ist, daß zu jeder gewählten Farbe automatisch die gegenüberliegende Farbe der Kompementärfarbe entspricht. Man spricht bei GAM von dominierenden Wellenlängen. Diese Angabe zu den Folien dient GAM dazu, dem Designer der seine Farbe im Farbdreieck ausgewählt hat, zusammen mit dem Farbort seiner Lichtquelle mit einer Linie zu verbinden. Läßt man diese Linie weiterlaufen schneidet Sie die Wellenlänge einer Spektralfarbe. So hat der Designer seine Farbe mit 100% Sättigung gefunden und kann sich nun die Passende Folie aussuchen. Für die Farben auf der Linie unterhalb der Spekralfarben, wird der Wert der Spektralfarbe eingesetzt und mit einem Minus versehen. Weiterhin beginnen die Farbgruppen immer mit der selben Bezeichnungszahl. Somit bietet GAM für den Designer die übersichtlichste Darstellungsform zur Auswahl einer Farbe an.

Lee und Rosco E-Color basieren auf dem selben Cinemoid-Farbsystem und weisen sogar identische Farbnummern auf. Fast jeder Hersteller bietet für variierende Farbsysteme Vergleichstabellen an, damit man einfach auf die Mitbewerberprodukte verzichten könnte. Dabei wird auch zwischen bis zu 10% ähnlichen Farben, Gleichen Farben bis auf die Sättigung und Kombinationsfarben durch überlagern zweier Filter unterschieden.

Darüber bietet Lee insbesondere für Newcomer fertige Farbzusammenstellungen an, die je nach Einsatzschwerpunkt ausgewählt werden können.

In der Regel gibt man die Differenz der Farbtemperatur an, um von einem Tageslichtscheinwerfer zu einer Hallogenlicht-Farbtemperatur zu wechseln. Aber leider gilt dieser Differenzwert nur für einer Quelle - sprich Farbtemperatur. So verschiebt z.B ein Half Blue 900° nach oben von einer 3200 K Quelle aus. Dagegen verschiebt der Filter die Farbtemperatur nur um 600°, wenn die Quelle mit 2600 K abstrahlt. Deshalb muß ein Faktor eingeführt werden um von jeder Temperatur aus die richtigen Anhebung oder Absenkung berechnen zu können.. Mired (micro reciprocal degrees) nutzt man so zur Dreisatzberechnung mit einem möglichst kleinen Faktor:


Ein Kelvin entspricht 1.000.000 / Mired

So folgt:

1.000.000 - 1.000.000 = Mired Shift Value

K (Filter) .....K (Quelle)


Über diese Umrechnung kann nun für jede Quelle der entsprechende Filter ausgesucht werden um die Passende Farbkorrektur zu erreichen.

Hier sein nochmals erwähnt, das die Farbtemperaturangabe für Kontinumstrahler gilt. Entladungslampen die in die Gruppe der Linienstrahler gehören haben nur eine ähnliche Farbtemperatur (Correlated Color Temperatur CCT), die auf Vergleichslinien zur Farbtemperatur liegen. Je größer der Abstand zur Farbtemperaturlinie des schwarzen Körpers (Kontiniumstrahler) ist, um so stärker verschieben einzelne Spektrallinien die Farbe und lassen auf eine schlechte Farbwiedergabe rückschließen. Die Angabe von der Farbtemperatur in Kelvin bei Entladungslampen ist im Zusammenhang mit Farbfolien nicht gut geeignet. Man benutzt hier den Vektorbetrag der betreffenden Farbe (CC-Value), der hier die Verschiebung der Grundfarben von 0-100 beschreibt. So weist ein 1/2 Plusgreen Filter ein CC Green Value von 15 G (Green) auf und ein 1/4 Plusgreen ein CC Green Value von 7,5 G. Noch besser wäre die Betrachtung der Transmissionskurven. Denn eine Transmission einer Farbe durch einen Filter kann nur erfolgen wenn die Quelle diese Farbe auch emittiert. Dies ist auch ein Grund warum die besten Farbergebnisse mit Kontiniumstrahlern wie dem Hallogenleuchtmittel erzielt werden.

Unter CTO versteht man Color Temprature Orange oder als Eselsbrücke change to orange, was bedeutet das eine bläuliche Lichtquelle wie die einer Tageslicht Entladungslampe dem Licht eines konventionellen Hallogenbrenners abgepaßt werden soll. Bei einem CTB, Color Temprature Blue bzw. change to blue, ist es genau umgekehrt. Dort soll z.B. eine Hallogenstufenlinse die bei einer Reportage an einem Fenster das Objekt ein wenig aufhellen soll dem durchschnittlichen Tageslicht abgepaßt werden. Aber CTB Konvertierungsfolien werden auch gerne im Theater eingesetzt um eine kalte klare Gefühlsstimmung zu vermitteln.

Es sind auch Konvertierungsfilter auf dem Markt, die speziell für bestimmte Entladungslampen gefertigt werden wie z.B. CID zu 3200 K oder CSI zu Tungsten (Tungsten = Hallogenleuchtmittel). CTOs und CTBs werden in Abstufungen angeboten. Man spricht dann z.B. von einem 3/4 CTB das 3200 K in 5000 K wandelt. Während 1/8 CTB nur von 3200 K auf 3400 K verschiebt.

Auch ist die Konvertierung der Leuchtstoffröhren immens wichtig. Dazu sind CTS-Folien "Minus Green" auf dem Markt. Mit dem Weissabgleich einer Kamera, kann man bei geringeren Aufwand natürlich auch die "restlichen" Lichtquellen in "Grün" tauschen, so das am Ende wiederum ein harmonisch "weißes" Bild zutage gefördert wird. In der Regel versucht man für Aufnahmen alle Quellen des Sets auf 3200 K oder 5500 K USA gemäß Kodak und Rosco bzw. 6500 K gemäß Agfa und LEE, auszurichten. Bei Werkhallen mit sehr vielen Leuchtstoffröhren passt man aus Aufwandsgründen die Zusatzleuchten auf die Lichtfarbe der Zusatzleuchten an und korrigiert die Kamera mit dem Weisabgleich, einem Gegenfilter vor der Kamera oder bei der Entwicklung des Films.

Insbesondere für den Film werden Filter benötigt die eine exakte Farbverschiebung der Primär und Sekundärfarben zuläßt. Bei den "kalibrierten Farben" werden wiederum die CC-Values angegeben die den Stops (Blende) der Kamera entsprechen. So entspricht der CC-Wert 30 einem Stop und CC 90 entspricht 3 Stop.

Abstufungen finden auch bei Graufilter statt, die nichts anderes erfüllen sollen das Licht farbneutral einzudunkeln. Deshalb spricht man, ähnlich wie beim Fotoapparat die Blende, beim Film von Stops.

Diffusionsfolien werden eingesetzt um Lichtkegel aufzuweichen und Schlagschatten zu verhindern. Der Frost ist eine abgeschwächte Form die den Lichtkegel nicht so stark beeinflußt wie ein Diffusionsfilter. Gerade beim CP60 ist er hervorragen geeignet die Wendelabbildung verschwinden zu lassen.

Silks arbeiten dagegen durch Ihre linienbehaftete Strukturierung richtungsabhängig.

Befestigt man die Frostfolien an den Torklappen, so verlieren die Torklappen ihre eigentliche Funktion, denn nun ist die Lichtaustritsquelle die Diffusionsfolie und nicht mehr die Scheinwerferlinse. Ein Abschatten mit der Torklappe ist so sinnlos. Erstaunlich ist, daß je nach Einsatz von Diffusionsfolie die Farbtemperatur sich geringfügig verschieben kann. In diesem Zusammenhang ist kurz angemerkt, da es erstaunlich ist, da einige Movinglight Hersteller als einzige Farbtemperatur nur die des Leuchtmittel angeben. Der Einfluß von Linsen und Dichroitischen Spiegel oder permanenten Frostfiltern im Strahlengang bleiben unberücksichtigt.

Hitzeschilder absorbieren in erster Linie langwellige Frequenzen um nachfolgende Objekte geringer mit Temperatur zu belasten. Möchte man mit einem Hitzeschild die Lebensdauer einer Farbfolie verlängern, ist es immens wichtig einen ausreichend großen Abstand zwischen den beiden Folien einzuhalten, da durch den Hitzestau, erzeugt durch den anliegenden zweiten Filter, der thermische Stress noch höher ausfällt. Dies gilt auch wenn man zwei LEE 203 1/4 CTB zusammenfaßt um ein LEE 202 zu erhalten. Beide Filter altern schneller als bei Anwendung eines einzelnen LEE 202. Möchte man zwei Farbfilter mischen um eine neue Farbe zu kreieren, sollte man auch hier einen Abstand zwischen den Filtern zur Luftzirkulation waren. Als Zubehör werden dafür Doppel-Farbfolienhalter angeboten.

UV-Filter erfüllen den Zweck des Abblocken nicht sichtbarer Energie im kurzwelligen Bereich. Dies sollte nicht verwechselt werden mit UV-Simulationsfiltern, die auch Flureszenzfilter genannt werden. Mit den Flureszenzfiltern möchte man Fluoreszierende Farben anregen ohne eigens eine UV-Lichtquelle nutzen zu müssen. Ergo ist im Kurzwelligen Bereich die höchste Transmission.

Kosmetikfilter versuchen mit Ihrer Einfärbung die Gesichtshaut natürlich und nicht weiß erscheinen, weil meist das Führungslicht mit seiner starker Dominanz zum "bleichen" tendiert. Weiterhin wird mit einer Weichzeichnung Falten und Unebenheiten der Haut nicht so offensichtlich, als dies eine hart anstrahlende Lichtquelle wie ein scharf gezogener Profilscheinwerfer als Seitenlicht hervorrufen würde. Der Frosteffekt wirkt sich auch auf den Übergang der restlichen Scheinwerferfarben positiv aus, wobei beim Kosmetikfilter versucht wird keine starke Abhebung zum restlichen Spektrum hervorzurufen, das heißt mit seiner Farbe die Übrige Farbe der restlichen Szene zu beeinflussen.


Polfilter sind meist aus der Fotographie her bekannt. Dort werden Sie vor der Kamera eingesetzt um Lichtreflektionen z.B. an Schaufensterscheiben, Wasserreflektionen oder Metallglänzen einzudämmen. Die ist natürlich auch bei einer Filmkamera möglich, nur daß der Polfilter aus Filterfolie nicht für Kameraanwendungen entwickelt wurde, sondern um eine Crosspolarisation anzuwenden. Dazu werden neben dem Kamera-Polfilter die Lichtquellen (Scheinwerfer) mit einem Polfilter versehen. Die Ausrichtung des Polfilters an der drehbaren Torklappe sollte bei allen Quellen in einer Richtung ausgerichtet sein. Nun kann durch drehen des Kamerapolfilters die störenden Reflexionen minimiert und die Farbsättigung erhöht werden.

Ein anderer Einsatz ist erst durch größere Polfilterflächen ermöglicht worden. Durch das erstmals vom Rosco vorgestellten RoscoView System, ist es möglich innerhalb von Räumen mit Fenstern im Blickwinkel der Kamera die Helligkeit des durch das Fenster scheinende Bild stufenlos zu verstellen. Dabei wird vor der Kamera ein Polfilter gesetzt sowie die Fenster vollständig mit einem Polfilter bezogen. Verdreht man dann den Polfilter an der Kamera, so verdunkelt sich das Bild das durch die Fensterscheibe fällt, bei gleichbleiber Helligkeit des Vordergrundbild.

[2]



Betrachtet man die Folien der verschiedenen Hersteller im Farbfächer, so ist man verleitet nur den Preis und die verfügbare Farbe in die Kaufentscheidung mit einzubeziehen. Aber im Betrieb unterscheiden sich die verschiedenen Herstellungsmethoden doch erheblich. So ist das Brandverhalten in unseren Theatern gottlob immer ein Thema, und wenn man die Reste der brennend abtropfende Farbfolien betrachtet die von einem PAR 64 befestigt war, sollte man schon zur Sicherheit seiner Spielstätte nur Folien einsetzen von denen man das versprochene Brandverhalten auch mit einem Zertifikat nach deutschen Regeln der Technik, nachweisen kann.


Rest einer abgetropften Farbfolie

Werden Farbfolien in Rollenfarbwechslern eingesetzt, so sollte als vorbeugende Maßnahme keine Folien-strings verwendet werden, die aus Folien mit aufgetragen Farbpigmente unterschiedlicher Hersteller bestehen. Sonst kann es vorkommen, das die Folie an sich zwar Ihren Erwartungen entspricht, aber die Farbpigmente durch das übereinanderliegen, der Temperaturbelastung und der verschiedenen Lösungsmittel eines Rollenfarbwechslers miteinander "verkochen" und zusammenkleben.

Da die verschiedenen Farbwechsler unterschiedliche Zugspannung aufbauen aber auch unterschiedlich in der elektronischen Beschaltung sind, kann es durchaus vorkommen, das ein Verkleben der Folie auch den Ausfall eines Antriebsmotor des Rollenfarbwechslers zur Folge hat. So gesehen ist eine aufwendig gefertigte Folie oder ein Farbwechsler der eine Blockierung des Antriebes erkennt sicher Ihren Preis wert - eben letztendlich Preiswerter.

Die dicke der Folie spielt in der Lebensdauer eine untergeordnete Rolle. Sie ist in erster Linie entscheidend über

Ablösen, Anhaften von Farbpigmente im String


Ein Wachstift eignet sich Ideal zum Kennzeichnen der Folien


Quellenverzeichnis:

1) Taschenbuch der Chemie / Schröter, Lautenschläger, Teschner

2) Filter Facts / Rosco

3) Beurteilung von Kunststoffbränden / Dr. Ortner, Dr. Hensler

4) History of Color / Michael Hall

Spricht man in unserer Branche von Polyesterfolien, so werden aber auch Polyethylen (PE) bzw. Polyethylenterephthalat-Folien (PET) darunter verstanden. Polyterephthalate sind mit einer Zündquelle geringer Intensität entflammbar und verlöschen außerhalb der Zündflamme nicht. Der Schmelzpunkt von Polyethylenterephthalat beträgt ca. 220 °C. Die Zersetzung beginnt ab ca. 285 - 305 °C. Die Entflammungstemperatur liegt bei 440 °C, die

Entzündungstemperatur bei 480 °C (nach ASTM D 1929) [3].

Je nach Herstellungsart weisen Polyesterfolien eine Art plastischen Memoryeffekt auf. So werden meist Polyesterfolien nicht in den letztendlich benötigten Maßen hergestellt. Bei der Umwandlung zu Farbfolien wird dann das Ausgangsmaterial auf die benötigten Abmessungen durch Ziehen geformt. Leider verziehen sich so verformte Folien bei entsprechend Erwärmung stärker zurück in Ihrer ursprünglichen Beschaffenheit als dies bei z.B. Polycarbonatfolien der Fall ist, die durch die Walzen gedrückt werden. Dort erfolgen bei Temperatur nur die üblichen Verwerfungen. Je stärker aber die Verwerfung ist, um so stärker sind bei Farbwechslern Probleme zu erwarten.

Ab den 80ern gehört Polycarbonat (KurzzeichenPC) zu den vollsynthetischen Plasten die als Farbfolien Verwendung finden. Polycarbonat ist ein Thermoplast. Es ist farblos, durchsichtig und beliebig einfärbbar. Polycarbonat ist schwer zur Entzündung zu bringen und verlischt nach Entfernen der Zündquelle. Der Schmelzpunkt beträgt ca. 220 - 230 °C und die Entflammungstemperatur bei 520 °C (nach ASTM D 1929) [3]. Die Zersetzung beginnt ab 350 - 400 °C. Daneben ist es physiologisch einwandfrei, umweltverträglich und heisswasserbeständig. Neben der Verwendung als Farbfolie ist eine der Hauptanwendung die Erstellung von Compact-Disks (CD). Markennamen der Ausgangsstoffe sind Makrolon, Macrofol oder Lexan [1].

Ein Farbfilter beinhaltet Pigmente die bestimmte Lichtfrequenzen absorbieren. Die Energie des Lichtes wird dabei in Wärme umgesetzt, wodurch der Filter „altert“ und auch ausbleicht.

Jahr

Firma  / Person / Land / Ort

Material

Besonderheit

Ca 675

Fenster, Frankreich

Glas


Ca 1200

Fenster

Glas

Zufügen von Cobald-, Kupfer- und Eisenoxiden für blau grün und rot, angerauht als "Hamburger Frost"

1877

Brigham, USA

Gelantine

76 Farben

1895

Thomas J Digby, England

Gelantine

10 Farben, wird 1949 zu Strand Lighting überführt

1900


Tauchlack

Leuchtmittel wird in pigmentierten Lack getaucht

?

Hergestellt in Deutschland

Gelantine

exportiert nach U.S.A zu Charles Products, ab 1930 Transflex

1908

Rosco, USA

Gelantine

importiert zunächst Charls Produks, wechselt später zu G.P.C und verleibt Sie sich schließlich ein.

1914

Strand Electric, England

Gelantine

marketing von Digby, verleibt Sie sich schließlich ein.

1920

G.P.C gelatine Produkt Company, USA

Gelantine


1929

Century Lighting (Tochter von Kodak, 1968 an Rank Stand)

Gelantine

75 Farben, marketing von Bringham

1935

Schwabe, später Reiche und Vogel

Glas

Cellon und Philiaphan

1935


Acetate

Sewecoloid, Gecoid, Vorläufer des Cinemoid- (England) und Roscolene- (USA) systems

1938

Strand, England

Acetate

"feuerhemmend" Chromoid, Cinemoid wurde das europäische "standard" Farbsystem

1953

Stage Elektrical Equipment Limited (S.E.E.L), England

Acetate

Auf Strand basierenden Folien

1953

C.C.T, England

Acetate

Auf Strand basierenden Folien

1962

Kleigl

Gelantine

Cinemoid, G.P.C. Gelatine

1965

Rosco Cinegel, Roscolux

Polyester


1966

Gelatran

Polyester


1968

Rosco Permacolor

Polyester


1970

Lee

Polyester


1976

Rosco Supergel

Polycarbonat


1984

Gam

Polyester


1990

Balzer heute Unaxis

Dichroitische Gläser


1992

Rosco E-Colour

Polyester


2008

Rosco Dichrofilm

Polymer-substrat

Dichroitisch beschichtete Farbfolie 8 Farben, CTO, CTB

Dies ist im häufigen Gebrauch oft auch als vermehrte Abscharbung, zu beobachten. Weiterhin vergasen die Farbpigmente bei starken thermischen Belastung ungehindert. Die Auswirkung ist ein schnelles Ausbleichen der Farbe.

Temperatur u.s.w. sind. Die Einseitige Beschichtung ist technisch aufwendiger, während die zweiseitige Beschichtung höhere Kosten verursacht. Dabei ist zu bedenken das auch bei einer zweiseitigen Beschichtung die Quantität der Farbpigmente logischer Weise gleich sein muß wie bei einer einseitigen Beschichtung. Weiterhin kann eine flammenhemender Auftrag mit der Farbe oder als eigner Auftrag aufgebracht werden.

oberen Schichten des Materials ein. Nach dem Erkalten haben sich die Molekühlketten wieder zusammengezogen und halten die Pigmente Fest. Damit ist eine wesentlich stärkere Einbindung gewährleistet und im praktischen Einsatz sind die Pigmente nicht so schnell aus der Struktur heraus verdampft. Das Ausbleichen der Farbe dauert somit länger als bei Oberflächen beschichteten Materialien. Nebenbei lassen oberflächliche Kratzer noch kein "Weißlicht" hindurch scheinen.



Schnitt einer co-extruierten Folie, aufgenommen mit einem Elektronenmikroskop. [2]




Anstatt Gläser dirchroitisch zu beschichten, ist es nun auch möglich Polymesubstratfolien zu beschichten. Dabei müssen nm dünne Schichten mehrfach aufgetragen werden, welches kein leichtes Unterfangen ist. Siehe dazu auch Dichrismus. Der Vorteil gegenüber dirchoitischen Gläsern ist die Flexibilität der Folie. Damit läßt sich z.B. ein Futer mit gekrümmter Oberfläche bestücken. Dadurch kann auch der Effekt bei großen Abstrahlwinkel und den daraus resultierenden Winkeländerungen des auf den Filter treffenden Lichtes und der damit verbundenen Farbänderung entgegengewirkt werden. Auch sind Farbwechselsysteme wie Rollenfarbwechsler damit möglich. Dagegen muss man eine höhere Farbverschiebung und mehr Fehlstellen im Material gegenüber den Gläsern in Kauf nehmen, da das flexible Polymersubstrat nicht die Harte Oberfläche von Glas aufweist und somit nicht so gut für das Bedampfen vorbereitet bzw. gereinigt werden kann wie Glas. Im Gegensatz zur Pigment basierenden Farbfolien reflektiert die dichroitische Beschichtung die nicht gewünschten Farbfrequenzen. Dadurch wird die Folie nicht so aufgeheizt gegenüber der Pigment Basierende Folie deren Pigmente die Lichtenergie absorbieren müssen. Die Folge ist eine erhöhte Belastbarkeit der Folie unter Beachtung, das die Reflektierende Schicht zum Leuchtmittel zugewandt sein muß.

Eine Sonderstellung nehmen Dirchroitisch beschichtete Farbfolien ein.

Quelle:  [2]


Übersicht Hersteller    Typ - Material - Eigenschaft

Name / Typ

Material

Tech. Name

Flammen-hemende Impregnierung

Nachweiss Entflambar

Schmelz-punkt

Kurzzeit Be-lastung

Langzeit Be-lastung

Verfahren

Sonst

Material -stärke (mm)

Lee / HT

Poly-carbonat

PC

K.A.

1* Soll BS3944

220°

K.A.

K.A.

Beidseitig Oberfläche beschichtet


K.A.

Lee

Polyester

K.A.

K.A.

1* Soll BS3944

180°

K.A.

K.A.

Beidseitig Oberfläche beschichtet


K.A.

Rosco Dicrofilm

Polymer-substrat

K.A.


K.A.

K.A.

K.A.

K.A.

K.A.

Oberfläche beschichtet

Nm Schichten für Dichro-itischen Effekt

0,127

Rosco Supergel (eng. Bez. Roscolux)

Polyc-arbonat

PC

ja

DIN 4102 (B1)

K.A.

225°

160°

Durch-gefärbt und Schutzfolie


0,1016

Rosco Cinegel (darunter Calcolor, Cinelux, Storaro)

Polyester

PET

ja

Soll BS3944

K.A.

300°

125°

Eindifundiert


K.A.

Rosco E-Color+

Polyester

PET

ja

BS3944

K.A.

300°

125°

Oberfläche beschichtet


0,0762

GAM

Polyester

K.A.

Nein

Nein

250°

KA

KA

Eindifundiert

UV-Schutz, bes. intr. für Leuchtstoff-lampen

0,0508

Chris James

K.A.

KA

KA

KA:

KA

KA

KA

Ein- und Beidseitig Oberfläche beschchtet


K.A.


Cotech

Polyester

K.A

ja

BS3944

185°

KA

KA

Beidseitig Oberfläche beschchtet


K.A.

Q-Max

Basiert auf  Cotech










Apollo

Polyester

K.A.

Nein

Nein

Nein

K.A.

K.A.

Beidseitig Oberfläche beschchtet


K.A.

1* Trotz wiederholter Nachfrage kein Zugang zu einem Zertifikat

Alle Hersteller bieten zur Hilfe bei der Farbauswahl Farbfächer (Swatch-books) an. Jedoch sollte man diese nur zur Begutachtung des Farbtones heranziehen. Eine Folienqualität oder der beliebte Abbranntest von einer Folie aus einem Swatch-books kann zu falschen Rückschlüssen führen. Denn es ist Praxis, das zur Erstellung der zum Großteil in Handarbeit gefertigten Swatch-books, eine zur Zeit vergriffene Farbfolie, mit der ähnlichen Folie eines anderen Herstellers, aufgefüllt wird, um dem Kunden schnellsten wieder neue Farbfächer zu Verfügung stellen zu können. Denn die Übersicht soll nur dem Farbeindruck vermitteln und nicht ein Qualitätstest ermöglichen. Man kann aber dennoch aus den Swatch-books weiter Informationen beziehen.


Empfehlung für RGB Mischung

Rot

LEE 106

Roscolux 27

GAM 250 / 40%

Grün

LEE 139

Roscolux 91

GAM 650

Blau

LEE 119

Roscolux 80

GAM 850


Empfehlung für RGB Mischung

Cyan

LEE 115

Magenta

LEE 128

Geb

LEE 101

Gilt für 3200K Lichtquelle

Das Britische Zertifikat BS 3944:pt 1 1992 ist zur Zeit in Revision und soll dabei verschärft werden. Die BS 3944 ist nicht mit den Europäischen Standards oder der DIN harmonisiert. So gesehen ist man in Deutschland nur mit der DIN 4102 Klasse B1 auf der absolut sicheren Seite. In Frankreich benötigt man dann eine M1 und in Italien ein C1. Nur bei Rosco ist das Prüfzeugnis incl. den Ergebnissen der Brandschachtversuche der Schwerentflammbarkeit nach DIN 4102-01 für Supergel erhältlich. Das BS 3944 Zertifikat wurde uns für die Filtersorte E-Color+ (Rosco) und Cotech zugesandt. Alle weitere Anfragen verliefen wohl im "Löschsand".

Betrachtet man nur die Lebensdauer, ist es bestimmt schon vorgekommen das eine Folie noch nicht einmal nach 30 Sekunden bereits in der Mitte ausgeblichen war. Dies kann einmal daran liegen, das die Folie genau im zweiten Brennpunkt des Scheinwerfers liegt. Eine Fokusverstellung oder das Verschieben des Filters zur oder von der Linse weg bringt Abhilfe. Natürlich bleichen dunkle Farben schneller aus als helle, da die Pigmente das Licht absorbieren und damit die Energie aufnehmen. Das Objekt wird heiß, die Pigmente verdampfen der Filter bleicht aus. Und je dunkelblauer der Filter ist, um so mehr langwellige Spektren aus dem Wärmebereich müssen absorbiert werden.


Pigmente der übereinanderliegenden Folien verkleben stärker als das Trägermaterial fest ist.

eine Geräuschemmision bei Luftbewegung. So sind extrem dünne Folien im Wind schneller am schwingen und erzeugen so Nebengeräusche als dicke Folien, die dann bei großen Studioscheinwerfern bevorzugt vor die Torklappen mit hölzernen Wäscheklammern gespannt werden.


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