Scheinwerfer in Aktion
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Speicherpulte





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Lichtstellpulte basieren alle auf dem gleichen Prinzip und sind doch sehr unterschiedlich in der Anwendung. Wir werden mit den Grundlagen der Speicherpulte das Prinzip aufzeigen, um dann die zwei Hauptrichtungen der Lichtstellpulte zu beschreiben. Darauf aufbauend beschreiben wir die Begrifflichkeiten um dann die grundlegenden Funktionen einer modernen Konsole zu umreißen. Dies bildet die Grundlage für die Erläuterung einer effektiven Programmierung und erleichtert die Auswahl bei der Qual der Wahl für das richtige Lichtstellpult für die eigenen Anwendungsbereiche. Doch zunächst wollen wir uns das Prinzip eines Speicherpult veranschaulichen. Wir können hier genau wie bei der Feuerzangenbowle beginnen. „Da stellen wir uns zunächst ganz dumm. Dat is so ne schwarze Kaste. Auf der einen Seite kommen Daten rein und auf der anderen Seite kommen Daten wieder raus. Das nennen wir jetzt nicht Dampfmaschin sondern Speicherpult. Und tatsächlich ist es auch so, nur die Details sind ein wenig komplexer und werden nun im Folgenden erklärt.


Um eine einbruchfreie Überblendung mit einem Computer gestützten Lichtstellpult realisieren. Stellen wir uns erst mal einen Schwarzen Kasten vor, und da müssen nun die Daten rein. Das kann auf verschiedene Art und weise geschehen. Eine Möglichkeit ist die Handhabung Intuitiv mit Schieberegler oder Drehgebern und Tastern. Dabei ist eine Taste, hardwaremäßig ausgeführt oder als Tastensymbol eines Touchscreens als reine Softwarelösung für die Auswahl des zu verändernden Scheinwerfers, der sogenannten Anwahl, und dem Zuordnen der Werte für eine bestimmte Funktion mittels Schieberegler, Encoder, oder Symbole auf einem Touch, sprich den Attributen Werte geben. Wir benutzen in diesem Artikel den Begriff Scheinwerfer als Übergeordnete Bezeichnung für alle DMX-Steuerbare Geräte wie z.B. Movinglights, Dimmer, Nebelmaschinen oder Medienservern. Auf der anderen Seite stehen die Syntax orientierte Eingabe mittels Befehlskette durch Eingabe auf ein Nummertastenblock und Befehlstastenblock oder mittels Tastatureingabe.

Dabei kann bei der Schiebereglervariante – z.B. wenn Sie als Steuerkreise ausgeführt sind - wie bei Voreinstellungspult, auch eine Lichtszene direkt eingerichtet werden. Die analogen Potentiometerwerte werden mittels Analog/Digitalwandler in ein meist 8Bit breites Datenformat umgewandelt. Hierbei ist oftmals zu beobachten, dass in den letzten Millimeter des oberen und unteren Ende des Schiebereglers die analoge Werteumsetzung einen kleinen Sicherheitsabstand aufweist. So springt z.B. zum Schluss der Wert von 98% auf FF was soviel wie voll bzw. 100% bedeutet. Es ist dann nicht möglich 99% einzustellen, da die Umsetzung für die Enderkennung ein wenig Sicherheitsreserven einsetzt. Insbesondere wenn es darum geht einen 0 Wert darzustellen. Denn meist werden dann 1% als eingeschalteter Kanal registriert während 0% als ausgeschaltet deklariert wird. Ist das Poti durch Veralterung aber nicht mehr in der Lage wirklich eine 0 Darzustellen kann der Rechner diesen Kreis nicht mehr als ausgeschaltet ignorieren. Folglich lässt man dem Schieberegler ein wenig mehr Spielraum für eine 0 für eine höhere Zuverlässigkeit des Pultes.

Nun wieder zurück. Die andere Eingabe der Daten ist die direkte digitale Eingabe mittels Ziffernblock und Befehlstasten wie z.B. Lichtkreis 15 auf 65%. Hier ist der direkte Wert absolut von ungenauen Analog/Digitalwandlerfehlern befreit. Je nach Pult oder Einstellung kann man wählen ob man die Werte als Dezimal, %-Wert oder auch als HEX-Zahl eingibt. Während HEX-Zahlen meist bei PC-Basierenden Lösungen entwicklerfreundlich zu finden sind, hat sich die Duale Eingabe der %-Werte wie auch der Dezimalwerte etabliert. Übrig geblieben ist meist nur noch die Darstellung von FF für die Angabe des Wertes 255 bzw. 100%, da für FF nur zwei Ziffernstellen benöigt werden und 100 eben schon drei Ziffernstellen was bei einer kompakten Bilddarstellung in Tabellenform oftmals schon zu breit ist. Die %-Werte 1-100% werden sprachgebräuchlich bei den Lichtsetzenden Regisseuren verwendet. Dagegen ist die Dezimale Angabe mit dem Wertevorrat 0-255 bei den Pultleuten sprich den Operator wohl bekannt, da dies dem 8 Bit Wertevorrat entspricht, mit dem auch Ihre Scheinwerfer gesteuert werden und deren Angabe von Steuerkreisfunktionen auch in dezimal erfolgt. Immerhin ist es ein Unterschied ob man von 40 auf 42 springt (bei der Prozentangabe) oder direkt auch die 41 als Wert eingeben kann. Denn bei einigen Attributen ändert sich eine Funktion sich von einem zum anderen Inkrement bereits grundlegend. Bei Eingabe von %-Werten ist  eine Änderung der Werte nur im ca. 2,5 Schritten möglich.   

Diese eingegebenen Daten (Werte die den Zustand eines oder mehrerer Attribute (Funktionen) eines oder mehrerer Scheinwerfer beschreiben) werden in ein Arbeitsregister geschrieben. Dieses Arbeitsregister ist bei vielen Pulten nur für diese Aufgabe zuständig um die Daten dem Einrichten der Scheinwerfer zwischenzuspeichern. Aus diesem Grund wird dieses Register wegen der Programmierarbeit des Operator auch „Programmer“ oder „Editor“ oder eben Arbeitsregister genannt. Damit die Werteeingabe nicht „Blind“ erfolgt, bzw. das man die Auswirkungen dieser Eingaben auch auf der Bühne sehen kann, werden die zwischengespeicherten Daten aus dem Register gleich mit sehr hoher Priorität an einen Datenausgang angelegt. Über die Prioritäten unterhalten wir uns an anderer Stelle. Es gibt auch Speicherpulte bei denen viele Register genau so als Programmer arbeiten können und somit kein einzelner Programmer oder Editor vorhanden ist, sondern eben viele Einzelregister die dann z.B. Arbeitsgegister, Submaster oder Gruppensteller genannte werden können. Halten wir fest: Mit dem Dateneingabemöglichkeiten ist man in der Lage ein Szenenbild in einem Register, meist Programmer genannt zu erstellen. Dieses Szenebild ist, wenn keine anderer Befehl wie „Blind-Mode“ dies verhindert, direkt als Werteausgang bei Angeschlossenen Endgeräten als Lichtstimmung zu sehen. Und zwar so lange, bis der Inhalt des Programmer wieder gelöscht wird.

Unsere Ausgangspunkt, die Aufgabe einer Einbruchsfreien Überblendung sind wir nun ein Schritt weiter gekommen. Wir können nun eine Lichtstimmung erstellen. Wenn wir diese nun auf einen Speicherplatz abspeichern, können wir den Programmer wieder löschen und eine andere Lichtstimmung programmieren. Wenn man diese zweite erstellte Lichtstimmung speichert, hat man bereits zwei gespeicherte verschiedene Lichtstimmungen die man für eine Überblendung verwenden kann.  Für die zweite Lichtstimmung muss man den Programmer nicht löschen. Man kann genauso gut auf der vorhandenen Lichtstimmung die gespeichert wurde auch darauf aufbauen und noch weitere Änderungen durchführen. Je nach Anwendung kann es also durchaus interessant sein eine Stimmung aus einer bestehenden Stimmung weiter zu entwickeln, oder aber immer wieder ganz von neu zu beginnen. Unweigerlich kommen wir nun zu zwei grundsätzlich unterschiedlichen Herangehensweisen. Dem Tracking, bei denen nur die Änderungen der Parameter abgespeichert werden und den Non-Tracking, der meist auch als Theatermode oder Cue-Only mode bezeichnet wird. In diesem Mode werden alle Parameter von allen Scheinwerfern mit abgespeichert. Doch worin liegen die Unterschiede bzw. die Vorteile der beiden Systeme?


Zurück zu unserer Aufgabe. Wir haben jetzt zwei Stimmungen in zwei Speicherzellen. Wir wollen nun von einer Lichtstimmung zur anderen Einbruchsfrei überblenden. Dies wird meist in einem Playback Registerpaar durchgeführt. Dieses Registerpaar wird meist als X und Y bzw. A und B definiert oder denkt man an Siemens Lichtstellpulte an „Heller“ und „Dunkler“. Eigentlich ist die Spannung der Erzählung schon weg, denn bei einem digitalen Überblendvorgang stellt sich die Frage nach einbruchsfreier Überblendung überhaupt nicht. Denn in dem einen Register steht der Startwert aus dem ersten Cue und im zweiten Register der Zielwert aus dem zweiten Cue. Nun muss der Rechner von Wert A zu Wert B meist linear inkrementieren und dabei entsteht gar kein Einbruch wie wir Ihn von den vorher behandelten Presetpulten her kannten. Die Differenz der Werte aus den Registern A und B wird gemäß eingestellter Überblendzeit mit dem Zeitäquivalent geteilt. Dabei achtet der Ingenieure der Lichtstellpulte darauf, dass eine Berechnung der Werte mindestens innerhalb der Refrech Zeit des DMX-Signals liegt. Und wenn das Pult mehrere Tausend Scheinwerfer verwaltet, sollte auch die Berechnung aller Tausende Scheinwerferwerte innerhalb dieses kurzen DMX-Refrech Zeitfenster erfolgen. Ansonsten kann es vorkommen, dass die ersten Scheinwerfer auf der Linken Seite Ihre Bewegung starten und erst später die letzten Scheinwerfer auf der rechten Seite nachfolgen. Dann kann man nicht mehr von synchronen Bewegungen ausgehen. Gerade bei den heutigen Anforderungen, bei denen nicht nur 8Bit Breite Werte berechnet werden sondern 16 Bit Datenworte bis hin sogar zu 24 Bit Breitem Wertevorrat wie Sie z.B. für exakte Ansteuerung von Medienservern heute schon in betracht gezogen werden müssen, sowie die Übermittlung via Ethernet mit Artnet und großen LED-Matrixen mit Immensen Kanalhunger, ist die Rechenleistung auch bei den heutigen schnellen Prozessoren durchaus ein Thema wenn man eine Synchrone Werteausgabe bereitstellen will. Doch mehr dazu zu einem anderen Zeitpunkt. Zurück zur Rechnereinheit. Die Überblendzeit wird durch die Zeitblöcke, die für die wiederholte Wertausgabe definiert wurde, geteilt. Zu der Anzahl der Zeitblöcke gilt es nun den Wertevorrat der Diffenez aus den Registern A und B gegenüber zu setzen. So wird dann für jeden Zeitschritt dementsprechend der Werteunterschied des Kreises ausgegeben. Es ist mit der Rechnertechnik nun ein leichtes die gerade in einer Überblendung anstehende Lichtstimmung anzuhalten, wenn der Operator bemerkt das der Schauspieler eine Szene übersprungen hat. Dann braucht er den aktuellen Zustand nur in das Register A verschieben, um eine passende Lichtstimmung in das B Register zu legen. Nun kann er „unbemerkt“ sanft in die neue passende Lichtstimmung hineinschleichen ohne dass ein Lichtsprung zu sehen ist, ist mit einem guten Playbackregister kein Hexenwerk mehr.           

Mehrere A-B-Playbacks sind Vorteilhaft, wenn Spezialeffekte wie z.B. einen Mondaufgang der über 10min benötigt werden, dann wird auf eine separate Cueliste zugegriffen, damit die Verwandlungen innerhalb der Hauptliste weiter stattfinden kann, während parallel dazu ungehindert der Mond aufgeht. Große Theaterpulte haben dafür ein zweites oder gar drittes Playbackregister. Andere Pulte haben Ihre Submaster in der Funktionalität zu Playbackregistern erweitert, aber auch Virtuelle Playbacksregister, die gar keine Fader mehr aufweisen, sondern nur durch Befehlskette bedient werden sind realisiert worden um möglichst viele Parallel ablaufende unabhängige Überblendungen zu ermöglichen.



Wie wir bisher wissen können an einem Datenausgang die Daten des Arbeitsregister (Programmer) anliegen, sowie die Daten der Wiedergaberegister (Submaster) aber auch die Daten der Playbackregister (Überblendregister). Diese Daten müssen nun zusammengefügt werden um als ein Datenstrang an die Scheinwerfer übermittelt werden zu können. Möchten verschiedene Register ihre Daten auf ein und dieselben Scheinwerfer senden muss nun festgelegt werden welche dieser Daten aus den verschiedenen Registern zu den Scheinwerfer gelangen darf und welche nicht. Hier kommen die nächsten zwei wichtigen Begriffe der in der Thematik der Lichtstellpulte HTP und LTP.  Dieser Prioritätenvergabe im Datenausgang folgt noch ein Patch. Der Patch ist eine Zuordnung, in der festgelegt wird, welcher Steuerkreis welcher DMX Adresse zugeordnet wird. Auch dazu demnächst in einer folgenden Folge Lichtstellpulte mehr. Nach der Zuordnung werden die parallel anliegenden Steuerdaten meist in ein seriell arbeitendes Digitalprotokoll wie DMX512 umgewandelt, welches die angeschlossenen Dimmer und Scheinwerfer ansteuert.



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