Lichtlein liest in den Regeln der Technik Wissenstransfer Veranstaltungstechnik
Copyright © Alle Rechte vorbehalten. Made by Herbert Bernstädt:  Kontakt | Impressum
Weiter (nach rechts). Nach oben (übergeordnet). Zurück.
Leuchtennorm Rangfolge
Recht Dokumentation Zeichen

Zurück zu

Auf Google Lesezeichen posten
Auf Facebook posten
Auf Twitter posten
Auf Delicious posten
Auf Digg posten
Auf LiveJournal posten
Auf Newsvine posten
Auf Reddit posten
Auf Stumble Upon posten

Themen dazu:


Leuchtennorm

Scheinwerfer und die Regeln der Technik,

hier am Beispiel von PAR Scheinwerfern

Unser aller Problem ist das DIN Normen sehr teuer sind und das Kopieren derselben verboten ist. Aus diesem Grunde verbreitet sich das Wissen über DIN Regeln meist mündlich mit einem gewissen Anteil eines stillen Post Effekts. Da wird mal ein Gitter gefordert und da mal nicht. Die einen schrauben eine einfache Leitung aus dem Baumarkt an Ihren PAR und der Kollege meint aber das es mindestens H05RN-F sein muss, währen der dritte hineinruft Nö - Silikonleitung. Zum Glück gibt es aber noch die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft die einige Regeln in Ihrem Werk "Scheinwerfer SP 25.1/7 Ausgabe 2005 zusammengefasst hat. Und im Gegensatz zur DIN ist diese Schrift in der Regel kostenlos erhältlich und für jeden nachzulesen, dafür sind die gleichen Schutzziele geändert wiedergegeben und weisen einige Stielblüten auf wie z.B. "Als persönliche Schutzausrüstung bei Einleuchtvorgängen wird empfohlen Lichtschutzbrillen zu benutzen." Also Herr Lightdesigner: Sonnenbrille auf beim Einleuchten! Weiterhin ist ein Themenschwerpunkt der SP 25.1/7 die Gefährdung durch UV Strahlung bei Tageslichtscheinwerfer, der besonders herausgearbeitet wurde nachdem bekannten Ereignis, als sich bei einem Interview die Prominenten einen unfreiwilligen Sonnenbrand erhielten.

Schutzziel ist das Verhindern das ein Leuchtmittel eingesetzt wird, während die Fassung unter Spannung steht. Normalerweise gilt immer Spannungsfreiheit, aber im professionellen Bereich wird das aufgehoben, da man davon ausgeht das hier nur Fachleute Hand anlegen. Jedoch wenn die Spannung über 1000V liegt, was durch Zündgeräten bei Entladungslampen der Fall ist, ist die Gefahr eines Spannungsüberschlag zu hoch, so dass auch hier im professionellen Bereich der Zugriff unter Spannung nicht möglich sein darf. Weist unser PAR-Scheinwerfer ein Halogenleuchtmittel auf, ist von einer Betriebsspannung von 240V auszugehen. Somit kann man das Gehäuse auch ohne Werkzeug zum Leuchtmittelwechsel öffnen, was in der Regel bei einem PAR mit einem Federbehafteter Verriegelungsdorn realisiert wird.

Das Schutzziel ist, dass glühend heiße Glasteile oder Splitter beim Zerplatzen des Leuchtmittels im Gehäuse des Scheinwerfers zurückgehalten werden und nicht in irgendwelche Ritzen fallen um einen Brand zu entfachen. Deshalb muss ein Schutzgitter 3mm Splitter zurückhalten die aus dem Gehäuse irgendwo herausfallen könnten. Für die Lichtaustrittöffnung gilt aber 8 mm als ausreichend. Bei Verwendung von einem Schutzglas darf die Maschenweite 12mm betragen, ist das Schutzglas eine Linse wie bei einem Linsenscheinwerfer können es auch 25mm sein. Bei mehrlinsigen Systemen wie z.B. Zoomprofilscheinwerfer ist sogar kein Schutzgitter erforderlich. Für unseren PAR Scheinwerfer bedeutet das, das im Tubus ein Gittergeflecht das 8mm Teile zurückhalten kann, eingebaut sein muss. Gitterweiten von 1,2cm währen ausreichend, wenn man das äußere Glas des PAR Leuchtmittels als Schutzglas betrachtet, was bei Nachfrage bei der VBG so auch gesehen wird. Dann aber dürfte dieser Scheinwerfer nicht nachträglich mit einem Raylight ausgestattet werden, da dann das Leuchtmittel welches zerplatzen könnte kein weiteres Schutzglas vor sicht hat, das die Splitter in der geforderten Größe zurückhalten würde. Oftmals werden auch 3mm Gitterweite eingesetzt, was aber auch zu Problemen führen kann, da die Temperaturbelastung auf dem Gitter erheblich ist und das Material förmlich ausglüht. Eine einfache schwarze Lackierung wird sich dort nicht lange halten und die verkohlten Farbreste segeln als Flocken herunter…. So hat das bekannte Wort Einbrennen bei neuen Scheinwerfer mit den entsprechenden Geruchsbeiwerk deutlich seinen Ursprung.


Vorbildlich, zu dem Grobmaschigen Gitter wurde noch ein feingliedrigeres Gitter hinzugefügt das 3mm Splitter zurückhalten kann.


Weiterhin bedeutet das beim PAR aber auch, wenn es nicht als Raylight ausgeführt ist oder ein ALUPAR-Leuchtmittel eingesetz ist, das zur Rückseite ebenfalls Glassplitter austreten können. Jetzt müssen also die Rückseitigen Lüftungsschlitze ebenfalls engmaschiges 3mm Gitter aufweisen. So wie es im Bild des aufgeklappten Silbernen PAR-Scheinwerfers deutlich zu sehen ist, das die Lüftungsschlitze im hinteren Deckel ebenfalls mit einem Schutzgitter versehen sind. Dies ist aber nicht Konsequent, wenn man das hintere große Loch offen lässt. Sicher kann man das Hintere Loch ebenfalls mit einer "Blanking Plate" verschließen, obwohl die Blankingplate in erster Linie zum Berührungsschutz eingesetzt wird.

Man geht von einem rauen Betrieb in der Veranstaltungstechnik aus. Und rauer Betrieb bedeutet eben schwere Gummischlauchleitung H07 RN-F. In der DIN 0100 wird im Kapitel 19.7 Die Anwendungsbereiche von Kabeln und Leitungen beschrieben. In der dort abgebildeten Tabelle sind auch die Silikonleitungen wie N2GSA für den Anschluss von Leuchten, die eine erhöhte Temperaturfestigkeit (bis 180°) benötigen. Und in der Erläuterungen zu EN 60598 Leuchten aus der VDE-Schriftenreihe (2001) ist nach Leuchtennorm 200° C möglich bei H05SJ bzw. H05S. Weiter gilt die Vorschrift DIN VDE 0298 Teil 300. Hier wird mehrfach betont, dass die Leitungslänge so kurz wie möglich sein soll für den Betrieb von Leitungen für ortsveränderliche Betriebsmittel bei Einsatz von Silikonleitungen, da diese mechanisch sehr empfindlich sind was das einschneiden oder reißen der Ummantelung bzw. Isolierung betrifft. Deshalb findet man zwar oft praktische Zuleitungslängen von 5m bei einem normalen Scheinwerfer mit Gummischlauchleitungen, dagegen sind bei den heißen PAR-Scheinwerfergehäuse nur die kurzen ca. 1m langen Zuleitungen vorhanden, auch wenn man gerne längere hätte weils praktischer wäre.


Um das Leuchtmittel mit dem Sockel bei einem PAR Scheinwerfer auszurichten greift man durch die hintere Öffnung hinein. Der Sockel ist meist mit einer einfach isolierten Silikonleitung versehen und nicht mit einem zusätzlichen ummantelten Kabel. Somit ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass wenn eine Isolierung schadhaft geworden ist, und man sich beim hineingreifen Kontakt zur Spannungsführenden Ader erhält. Der Eingriff zum Leuchtmittelverdrehen muss demnach auch verschlossen werden. Dazu wird oft ein Blanking Plate eingesetzt. Daraus resultiert aber in der Regel ein massiver Hitzestau, einmal durch die Engmaschigkeit des Schutzgitters und dem Verschließen des rückseitigen Zugriffs mit dem Blankingplate. Dagegen ist der Einsatz des Blankinplate bei einem Raylight gut geeignet, da diese Reflektor Leuchtmittel Kombination nicht ausgerichtet werden muss, da die Abstrahlcharakteristik weitgehenst rotationssymetrisch ist. Andere Lösungen sind z.B. um das Eingreifen zur Ausrichtung des Leuchtmittels zu erlauben den Sockel mit Zuleitungen in einer Form auszuführen, das die Leitung zusätzlich ummantelt sind und auch der Sockel zusätzlich Isoliert ist.

Themenbereich

EN 60598-2-17

Leuchten - Besondere Anforderungen

Leuchten für Bühnen, Fernseh-, Film- und Photographie-Studios

(Juli 1992)


EN 60598-1

(VDE 0711 Teil 1)

Leuchten - Allgemeine Anforderung und Prüfung

(März 2005)


VBG SP 25. 1/7

Scheinwerfer

(Jan 2005)


Aufbau

Befestigung des Bügels muss gegen Lockern gesichert sein.

-

Befestigung des Bügels muss gegen Selbstlösen gesichert sein.

Spannungsloser Leuchtmittelzugriff

Bei professionellen Geräten nur wenn: Ur = Us / 4,6 nicht 1000V überschreitet, sonst

nur mit Werkzeug zu öffnen, oder allpolig Zwangsabschaltung beim öffnen


-

Über 1000V nur mit Werkzeug zu öffnen

oder allpolige Zwangsabschaltung beim öffnen


UV-Schutz

-

Leuchten dürfen keine übermäßigen UV-Strahlungen abgeben.

Anhang P beschreibt Messung.


Entladungslampen weisen einen UV-Anteil auf und müssen deshalb mit einem UV-Filter betrieben werden. Sicherheitseinrichtung zur Abschaltung bei Fehlen der Schutzscheibe (nur bei Tageslichtscheinwerfern). Festlegung der Expositionszeiten bei Tageslichtscheinwerfern (UV-Schutz) unter Berücksichtigung der Summenwirkung / Schutzbrille, Hautschutzmittel.

Schutzgitter

Schwerkraft - 3mm

Lichtaustrittsöffnung - 8mm oder Labyrinth

Schutzglas - 12mm

Linse - 25mm

Mehr als 1 Linse - entfällt

Prüfungsanweisung Lampenplatzen - Splitter darf Baumwollmull nicht entzünden


-

Lichtaustrittsöffnung - 8mm

Schutzglas - 12mm

Linse - 25mm

Mehr als 1 Scheiben/Linse - entfällt

Sonstwo aus Gehäuse herausfallen - 3mm



Zubehör gegen Herabfallen sichern

Zubehör darf in keiner Lage Herausfallen

-

Verriegelung oder Schnellbefestigung für Zubehör sollen zwangsläufig wirken. Bei Gefahr das Teile sich lösen können folgt Anwendung mit Sicherungsseil.

Sicherungsseil

Zweite Aufhängung

Prüfung mit 300mm Fallweg und 30 Wiederholungen.

-


Zweite unabhängig wirkende Einrichtungen - Sicherungsseil nach BGI 810-3 (aktuell 2007).

Bei ortsfeste Leuchten reicht mit Werkzeug zu befestigen und gegen Selbstlösen gesichert.

siehe auch Sicherungsseil


Art der Zuleitung

Leitungsquerschnitt:

Bis 3A - mind. 1mm²

Größer 3A - mind. 1,5mm²


Leitungsquerschnitt:

Gewöhnlich 0,75mm²

andere - mind. 1mm²

Leitungsqualität:

Gewöhnlich H05 RN-F

Für rauen Betrieb H07 RN-F


Leitungsquerschnitt:

Bis 3A - mind. 1mm²

Größer 3A - mind. 1,5mm²

Leitungsqualität:

H07 RN-F

Oder bei heißem Gehäuse (auch 150° - 250° sind zulässig, da diese Scheinwerfer nur durch geschultes Personal verwendet werden dürfen) z.B. Silikonleitung

Aufschriften - Typenschild

Angaben die auch bei der SP 25. 1/7 zu finden sind.

Auch Schrift und Bildgröße wird festgelegt.

Ausführlich beschrieben, siehe auch Typenschild

Anleitung

-

-

Die Anleitung ist Integraler Bestand des Produktes. In Deutsch und nach EN 62079.

Bei Tageslichtscheinwerfern Angaben zu Expositionszeiten in Abhängigkeit vom Abstand zur Person.

EG-Konfirmitätserklärung.

Bei LED mit blauen LEDs und Linsenvorsätzen wegen dem "Blue Light Hazard Effekt" (Blaulichtgefährung) hat der Hersteller Informationen zur Augengefährdung zu liefern.

Aufstellung

-

-

Scheinwerfer muss über 2,5m hoch hängen oder gegen Manipulation oder Verbrennungsgefahr gesichert werden.

Im freien (Open Air) RCD 30mA.

Bei Verfolgernestern Möglichkeit der Evakuierung, Verständigungsmöglichkeit.

Benutzung

-

-

Nur durch Elektrofachkräfte, Einfache steckerfertige Systeme dürfen auch von Unterwiesenen Personen benutz werden.

Festlegung der Expositionszeiten bei Tageslichtscheinwerfern (UV-Schutz) unter Berücksichtigung der Summenwirkung.

Mit folgender Tabelle werden die die häufigsten Themenbereiche den einzelnen Quellen zugeordnet




Leuchtennorm, DIN, Gitter, Leitung, H05RN-F, Silikonleitung, Berufsgenossenschaft, persönliche Schutzausrüstung, Lichtschutzbrillen, SP 25, UV, Tageslichtscheinwerfer, EN 60598-2-17, Leuchten, EN 60598-1, VDE 0711, Scheinwerfer, Spannungslos, Leuchtmittelzugriff, Zwangsabschaltung, Entladungslampen,  

Tageslichtscheinwerfern, Schutzgitter, Sicherungsseil, Leitungsquerschnitt, H07 RN-F, Typenschild, Anleitung,  EN 62079, Blue Light Hazard Effekt, Elektrofachkräfte, Spannungsfreiheit, 1000V, Potentialausgleich, Gitterweite, ALUPAR, Glassplitter, Blankingplate, Berührungsschutz, Raylight, PARsafe, N2GSA, H05SJ, Zuleitung, Herbert, Bernstädt, Herbert Bernstädt, hbernstaedt, Bernstaedt, Institut, angewandte, Veranstaltungstechnik

Zurück. <--. Nach oben (übergeordnet). Weiter (nach rechts).

Auch hier sind bereits verschiedene Ausführungsqualitäten auf dem Markt. Bei ganz preiswerten Modellen, hat man nach dem Entriegeln die hintere Kappe frei an der Zuleitung oder der hoffentlich vorhandenen Potentialausgleichsleitung hängen. Sicherer ist es natürlich, wenn die Kappe mit einem Scharnier am Scheinwerfer selbst gehalten wird. Wichtig ist auch die Erdung der Metallteile bzw. dass der Potentialausgleich gewährleistet ist. Denn ein Scharnier alleine kann nicht 100% den benötigten niedrigen Übergangswiderstand gewährleisten. Deshalb ist es besser wenn für den Potentialausgleich ein langlebiges Leitergeflecht den niedrigen Übergangswiderstand garantiert.

Zur Erläuterung: Bei einem AluPAR-Leuchtmittel, das 2005 von Osram vorgestellt wurde, ist die Rückwand des Leuchtmittels nicht mehr aus Glas, sondern aus Aluminium. Damit spart man eine menge Gewicht. Ein weiterer Vorteil hierbei ist, das das Leuchtmittel beim Platzen das rückseitige Glas nicht mehr in Mitleidenschaft gezogen werden kann und somit der rückseitige Splitterschutz bei dem PAR entfallen könnte. Vorausgesetzt es wird ausschließlich nur Alupars als Leuchtmittel eingesetzt. Aber dafür wird sich keiner verbürgen. Genauso wäre der Einsatz von Raylight zu sehen. Dem auch beim Raylight ist die Rückseite mit einem Aluspiegel abgeschlossen.

Eine andere Lösung, die einem sicheren PAR sehr nahe kommt, ist das Verschließen des hinteren Zugriffs mit der gleichzeitigen Möglichkeit dennoch das Leuchtmittel auszurichten. Dabei wird an dem Blanking Plate auf der einen Seite eine Aufnahme zur Führung bzw. ausrichten des Sockels eingesetzt, die auf der anderen Seite der Verschlussplatte mit einem Bedienknauf nun die äußere Verdrehung des Leuchtmittel bei gleichzeitigen Zugriff Schutz erlaubt. Schade dass wie man auf dem gezeigten Beispielbild sehen kann, der rückseitige Splitterschutz nicht berücksichtigt wurde.