|
ArtNet
(von Artistic Licence)
Als einer der Pioniere der Ethernet-Protokolle der Lichttechnik hat Artistic
Licence zunächst die nahliegenste Funktion realisiert. Mit ArtNet
werden ausschließlich DMX-512- oder RDM-Daten übertragen.
Es können maximal 255 DMX-Universen auf dem Netzwerk adressiert
werden, indem mit je zwei Hex-Ziffer, Subnet und Net, jeweils 16 Adressen
eingestellt werden können. Weiterhin übermittelt das
ArtNet kontinuierlich, egal ob eine Änderung anliegt oder
nicht. Durch das permanente Senden werden die Ressourcen der Leitung sehr
in Beschlag genommen. Aber mit ArtNet kann gepatcht, wie auch im HTP-
oder LTP-Mode gemergt werden. ArtNet wurde öffentlich gemacht
und hat somit eine sehr große Verbreitung gefunden. Wenn es ausschließlich
darum geht mehrere DMX-512-Universen über ein Kabel bzw. über
einen vorhandenen Datenweg wie z. B. Optocore zu übertragen, dann
ist das ArtNet sicher eins der ersten Protokolle. Zumal alle Ethernet-basierenden
Produkte aus der Computerindustrie durch die große Verbreitung erheblich
günstiger und einfacher zu beschaffen sind als DMX-Equipment. ArtNet
unterscheidet die Kommunikation in den Bereichen Server, Node und Media-Server
und mit der kostenlosen Software Art-New viewer kann ein Monitoring
und eine Konfiguration erfolgen. Das ArtNet kann mit dem Adressbereich
10.zzz.xxx.yyy arbeiten aber auch mit dem routingfähigen 2.zzz.xxx.yyy
Adressbereich. Zwar sollen dann alle Licht-Daten vom Router aus diesem
Bereich gesperrt werden, erlaubt aber dennoch den Zugriff und somit die
einfache Fernkonfiguration des Netzwerkes.
ShowNet (Strand)
Das ShowNet erlaubt eine Echtzeitausgabe und eine "Pult zu Pult"-Synchronisation.
Durch die VGA-Schnittstelle der Node ist es möglich, auch ein Monitoring
im Netzwerk zu platzieren. Ebenfalls können hier 12 externe Analogsignale
angeschlossen werden. Auch werden MIDI- und RS-232-Schnittstellen zur
Verfügung gestellt.
CompuNet (Compulite)
Das CompuNet erlaubt die Übertragung von VGA-Informationen
über das Netz, damit zusätzliche dezentrale Monitore aufgestellt
werden können wie z. B. im Meisterbüro. Weiterhin erlaubt das
CompuNet auch SMPTE- und MIDI-Übertragung. Auch ist es möglich,
alle Netzwerkkomponenten von Compulite von einer Stelle im Netz aus mit
neuer Software zu versorgen, jedoch die Pulte selber werden nach wie vor
extra upgedatet. Dies gebietet die Plattform der Pulte (Microsoft XP)
wodurch aber gleichzeitig die Möglichkeit besteht von dem Pultbetriebssystem
aus das Netzwerk zu verwalten bzw. das Update zu initialisieren. Darüber
hinaus bietet Compulite bzw. Finer als deutscher Vertrieb auf der Hompage
kostenlose Netz-Konfigurationstools bis hin zum Fileserver an. Für
den Begriff Echtzeit ist das Compulite-System bei 100 MHz Übertragung
bei 48 Universen dabei.
ADB Ethernet- Netzwerk
Das ADB Protokoll basiert hauptsächlich auf dem ArtNet,
wenn es um die DMX Wertevermittlung geht. Dagegen kommunizieren die
Geräte untereinander mehr auf Basis der ACN-Festlegung.
Die Geräte "melden" sich mit Namen, IP-Adressen und ihren
"Möglichkeiten" am Pult automatisch an. Der Nutzer muss
nur noch definieren, ob diese Netzwerkknoten "mitspielen" dürfen
und was von den Netzwerkknoten übernommen werden soll (Beispiel:
Videonode - welche Monitorbilder angezeigt werden sollen). Für Geräte,
die auch auf Basis des ArtNet laufen, kann einfach Broadcast gesendet
werden, sodass auch diese Geräte eingebunden werden können.
Also eine einfache Bedienung, auch für "Nicht-Netzwerk-Spezialisten".
Der Netgate, ein Node von ADB, verfügt auch über VGA-Eingänge,
sodass auch ein Monitoring über das Netzwerk verteilt dargestellt
werden kann; MIDI, RS-232 sowie acht externe Linien erlauben weiterführende
Fernbedienungsanwendungen. Eine Überwachung der Lichtstellanlagen
für den Havariefall sorgt durch eine bidirektionale Synchronisierung
(Echtzeittracking) der Stellpulte bei Master/Slave-Definition für
einen unmerklichen Übergang. Natürlich kann über das Netzwerk
auch ein Showmonitoring gefahren werden und es ist möglich, dass
bis zu zwei Beleuchter gleichzeitig (Multiuser) an einer Show arbeiten,
wobei einer für das konventionelle Licht und der zweite für
bewegliche Scheinwerfer zuständig ist, wobei die Daten in nur einer
einzigen Show festgehalten werden. Die Übertragung der DMX-Werte
erfolgt auf Basis ArtNet mit 10 Mb/s, was bei 16 Universen genügend
Headroom bietet, um echtzeitfähig genannt zu werden. Datenmengen,
Monitorbilder und Synchronisierung werden dagegen mit 100 Mb/s durchgeführt.
MA-Net (MA Lighting)
Einer der großen Vorteile des MA-Netzes ist die Systemstruktur der
MA-Geräte. Hierbei kann bei großen Installationen die Rechenleistungen
auf verschiedene Ausgabegeräte verteilt werden. Somit kann bei
größter Kreisanzahl eine verzögerungsfreie (Echtzeit)
Ausgabe von DMX-Werten erfolgen. Dementsprechend unterstützt das
Netzwerkprotokoll von MA diese Funktionalität. Somit ist die Echtzeitfähigkeit,
bei absolut jeder Systemgröße, einer der wichtigsten Kerneigenschaften
des MA-Netzes. Zur Gewährleistung der Echtzeitfähigkeit bzw.
der Synchronität wird ein Zeitstempel mit übermittelt,
wodurch die verschiedenen Geräte die Gleichzeitigkeit gewährleisten
können. Ganz nebenbei wird das System immer schneller, je
mehr MA-Nodes das System vergrößern und das Lichtstellpult
nur noch als Terminal benutzt wird. Somit ist beim Einbinden von Medienservern,
und seien es noch auch viele derselben, ein framesynchrones Zusammenspiel
der Bilder möglich. Der Medienserver überträgt über
das Netzwerk Thumpnails der Bilder, sodass man am Pult bereits das sieht,
was als Nächstes aktiviert werden könnte. Neben den Funktionalitäten
wie Unterstützung von Visualisierer, Medienserver sind kleine Annehmlichkeiten
wie die Möglichkeit des Chatten eingebunden. Damit kann man wie im
Internet mit den Kollegen an den anderen Pulten oder Laptops Nachrichten
versenden. Eine Nebenpultanbindung kann über einen NDP Node erfolgen,
wobei Verriegelungen über Einstellen von Prioritäten erfolgt,
Probenlicht vom Pult auf den NDP übertragen werden kann und über
Tastenankopplung aufgerufen wird. Eingänge für Panik oder Arbeitslicht
runden die Funktion ab. Alle Geräte im Netzwerk können vom Pult
aus gesteuert bzw. konfiguriert werden. Selbst ein Software-Update
aller beteiligten Komponenten ist bequem vom Pult aus zu bewerkstelligen.
So trägt MA aktiv an der Überfettung der Lichtstelloperater
bei, die sich nicht mehr vom Pult wegzubewegen brauchen. Obwohl das grandMA-System
64 Universen auf dem MA-Net und dem ETCNet2 zulässt, ist es aber
bei ArtNet, Pathport oder Portall auf nur 8 Universen begrenzt. Das MA-Net
übermittelt große Datenmengen wie das Übermitteln kompletter
Shows (Showupload) über TCP, während UDP die einzelnen
Aktionen triggert. Kleine aber sehr nützliche Netzwerkfunktionen
sind z. B., dass man einen Node am Pult anwählen kann, der dann anfängt
zu blinken. Das funktioniert in gewisser Weise auch umgekehrt. Somit kann
man schnell einen Überblick gewinnen, wenn's mal schnell gehen muss.
Und wer kennt nicht den zeitlichen Aufwand, wenn mal Geräte neue
Software erhalten müssen. Auch hier unterstützt das MA-Netzwerk
ungemein den Anwender, so können alle Pulte, Nodes oder Ports mit
der aktuellen Software über das Netzwerk einfach upgedatet werden.
In einem Menü werden die angeschlossenen Geräte mit ihrer Softwareversion
angezeigt. Dann kann man die Geräte auswählen und ihnen die
neue Software zuführen. Nur sollte man sich hüten, während
dieser Prozedur das Gerät auszuschalten.

Konfiguration eines Node, hier wird der Port B dem DMX Universum 5 zugeordnet
und arbeitet als loTP. LoTP bedeutet der niedrigste Wert hat Vorrang,
also das Gegenteil von http, wobei hier selbstverständlich auch LTP
zur Verfügung steht.
ETCNet2
ETC-Net2 Protokoll ist unveröffentlicht und kann nicht mit
anderen Protokollen wie ArtNet kommunizieren. ETC öffnet sich zurzeit
gegenüber einigen Mitbewerbern und bildet jetzt Partnerprogramme.
So ist es durchaus möglich, dass ein MA-Lichtstellpult mit einem
ETC-Dimmerschrank auf Ethernet-Basis miteinander kommunizieren können,
ohne auf ArtNet zurückgreifen zu müssen. So sind bereits Schnittstellen
zu WYSIWYG, Capture, Sandnet, MA oder Green Hippo und einige mehr realisiert.
ETC erhofft sich damit eine ähnlich starke Verbreitung wie es das
ArtNet erfahren hat. Das ETC-Net sendet DMX-Werte ressourcenschonend
nur bei Änderungen von DMX-Werten oder versendet nach fünf
Sekunden ein Update der Daten. Natürlich können jederzeit die
angeschlossenen Endgeräte eine Anfrage starten, wodurch auch bei
Nichtänderung der Werte der DMX-Strang versendet wird. Außerdem
wird mit jedem Paket eine laufende Nummer ausgesendet. Falls ein Empfänger
einmal einige Pakete nicht mitbekommen sollte, kann dieser dann wieder
ein komplettes Abbild des aktuellen Standes anfordern. Auch ist es möglich
bis zu 20 Prioritäten auf Kreisbasis einzurichten, sodass z. B. die
Hauslichtsteuerung eine kleinere Priorität erhält als das Show-Lichtstellpult,
das auf die gleichen Saalllicht-Dimmer zugreift. Wenn das Lichtstellpult
eingeschaltet wird, übernimmt es die Kreise der Hauslichtsteuerung,
wenn das Pult ausgeschaltet wird, übernimmt wieder die Hauslichtsteuerung.
Prioritäten sind besonders für Hauslicht/Pultsteuerungen, Main-Backup-Lösungen,
aber auch für sehr komplexe Projekte wie Themenparks sehr interessant
und sinnvoll. Wenn zwei oder mehrere Quellen auf die gleiche Priorität
eingestellt sind, wird ein HTP dieser Quellen gemacht. Weiterhin bietet
ETCNet2 die Möglichkeit von Satusmeldungen wie z. B. von Dimmern,
MIDI-Daten, Video-Informationen für Pultbildschirme (man denke dabei
an die Produktionstische bei denen der Lightdesigner einfach nur die Zustände
der Kreise kontrollieren will), aber auch Makros für die Anbindung
an Architektur-Kontrollgeräte, um nur einige Funktionen zu nennen.
ETCNet2 leistet einen Realtime-Output und erlaubt eine Synchronisation
zwischen zwei Pulten. Abgerundet werden die Netzwerkfunktionen mit praktischen
Hilfsmitteln, wie die Identifikation der In- und Outputs und ob das DMX-Signal
OK ist.
Pathport Protokoll (Pathway)
Pathport baut keine Lichtstellpulte, ist aber in der Netzwerktechnik schon
lange ein fester Begriff. Die von Pathport hergestellten Nodes können
nicht nur ihr eigenes Protokoll sprechen, sondern auch in ETC Net1, ETC
Net2, Strand ShowNet, ACN, WYSIWYG und ArtNet kommunizieren. Dagegen wird
das Pathport Protocol von auch von anderen Herstellern implementiert,
wie z. B. MA Lighting, Genlyte, Jands, Green Hippo, Horizon Control, Interactive
Technologies, Lehigh, LD Assistant, ShowCad und Stardraw. Das Pathport-Protokoll
ist ein leistungsfähiges Netzwerk, dessen Stärke es ist, DMX-Daten
dort zur Verfügung zu stellen, wo sie benötigt werden. Aus diesem
Grund sind die Pathport Nodes mit integrierten Softpatch, Merge-Funktionen
sowie Prioritäten ausgestattet. Dies gilt nicht nur für DMX
zu DMX Universum, sondern ist auch Kreis für Kreis anwendbar.
Typische Node für Festinstallation (1)
SANet
Bytecraft aus Australien hatte sich schon sehr früh bei uns einen
Namen gemacht, nicht zuletzt als sie schon Jahre vor dem heutigen Hype
bereits einen Sinusdimmer mit Ethernet-Anbindung auf der Messe vorgestellt
hatten. Der Firmenname hat sich jetzt in State Automation geändert,
jedoch die innovativen Erzeugnisse der Lichtsysteme sind nach wie vor
top-aktuell, sodass auch hier das State Automation Lichtstellprotokoll
nicht unerwähnt bleiben soll. SANet basiert weitgehendst ebenfalls
auf ACN-Regeln und erlaubt ein Monitoring der Dimmerinformationen
und bei Netzwerkproblemen. Dazu wird ein Modul an die Versorgungsspannung
angeklemmt das dann die Informationen auf das Netzwerk speist. Bis zu
drei Shows können über PC-Software gesteuert werden.
SandNet
Sandnet von SAND Network Systems basiert hauptsächlich auf ACN
und wurdet entwickelt, nahezu simpel die gewünschte Verbindung
verschiedener Protokolle bis hinunter zu DMX-512 bzw. MIDI oder RS-232
zu ermöglichen. Es ermöglicht auch die Anbindung von Visualisierer
wie Martin Show Designer, WYSIWYG, Capture oder stellt Verbindung zu Mediaplayer
wie CD-Player oder Videoserver, die auf ACN basieren, her. Man könnte
SandNet als ein Multiprotokollwandler-Tool ansehen, das die Systemadministration
erleichtert, die Systemprozesse managen und als Monitor eingesetzt werden
kann, um einmal das Netzwerk zu kontrollieren, aber zum anderen auch die
Vorgänge während Show zu veranschaulichen (DMX Monitor). Natürlich
kann auf DMX-, MIDI- und RS-232-Ebene Merge, Patch und Verteilung durchgeführt
werden. Zusatzfunktionen wie DMX-Recorder, DMX-Grabber wodurch ein PC-basierendes
DMX-Backupsystem entsteht, können weiterhin von Nutzen sein. Aber
SandNet ist nicht nur ein Datenprotokollumsetzer, sondern kann auch ereignisgesteuert
Triggerfunktionen oder über Timecode-Informationen vorher festgelegte
Ereignisse auslösen. Eine übersichtliche Baumstruktur oder Timeline
der Ereignisse erleichtert das visuelle Arbeiten.
|